Chick aus Bonn und Ostberlin: Zwei Welten - zwei Moden. Ausstellung bis 29. August 2010

07.06.2010 08:15

Der Westen Deutschlands machte die Mode – im Osten dagegen war alles grau in grau? Was ist dran an diesem Klischee? Eine vergnügliche und ernste Annäherung an ideologie- behaftete Kleidungstrends.

Zumindest in einem stimmten Ost und West völlig überein: Was kleidungsmäßig wirklich en vogue war, das entschied die Weltmodemetropole Paris! Das gemeinsame Vorbild einte, und so ähnelten sich ost- und westdeutsche Moden frappierend. Doch war Mode in beiden deutschen Staaten natürlich mehr als eine Geschmacksfrage: Sie stand immer auch im Zeichen von Systemkonkurrenz. Im Wirtschaftswunderland demonstrierte man per Mode Wohlstand und Weltläufigkeit ebenso wie Überlegenheit auf allen Ebenen. Zwei Designer prägten maßgeblich den Stil der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft: Uli Richter, der späterhin Kanzlergattin Rut Brandt einkleidete, sowie der weithin als der deutsche Modeschöpfer geltende Heinz Oestergaard. Beide schufen eine glamouröse, dennoch tragbare Mode und machten – in Anknüpfung an große Traditionen – Westberlin zur Modemetropole der jungen Republik. Mit dem Mauerbau 1961 allerdings verlor die Stadt ihr Renommee an Düsseldorf und München. (Insofern ist das im Ausstellungstitel genannte Bonn als Metapher zu verstehen.)
Öffentliche Führungen: Jeden 1. Mittwoch des Monats, 14:30 und 17:30 Uhr:  2. Juni, 7. Juli, 4. August 2010. Weitere Führungen auf Anfrage.
Kreativwerkstatt für Alt & Jung: Modische Accessoires von Kopf bis (fast) Fuß
17. Juli 2010, 10 bis 14 Uhr
Die Ausstellung im Museum für Thüringer Volkskunde läuft bis zu  29.08.2010.