Gepardenanlage im Erfurter Zoopark eröffnet: Raubkatze erkundet neues Terrain

09.08.2011 18:00

Wieder ist ein neues Stück des Thüringer Zooparks fertig gestellt. Heute wurde die neue Gepardenanlage übergeben: Während gut einhundert Gäste gespannt in die Anlage hineinschauten, schaute eine völlig entspannte Raubkatze heraus.

Mit dem symbolischen Banddurchschnitt weihen Thomas Haubold Unger-Park Erfurt, Dietmar Schumacher, Vorsitzender des Vereins der Zooparkfreunde, Oberbürgermeister Andreas Bausewein und Zoodirektor Dr. Thomas Kölpin (v.l.n.r.) die neue Gepardenanlage ein.
Foto: Mit dem symbolischen Banddurchschnitt weihen Thomas Haubold Unger-Park Erfurt, Dietmar Schumacher, Vorsitzender des Vereins der Zooparkfreunde, Oberbürgermeister Andreas Bausewein und Zoodirektor Dr. Thomas Kölpin (v.l.n.r.) die neue Gepardenanlage ein. Foto: © Landeshauptstadt Erfurt, Stadtverwaltung

Die Zuchtanlage befindet sich auf dem Gebiet der ehemaligen Steinbockanlage und beinhaltet auch die Fläche der alten Bisonanlage. Sie umfasst 1100 m² und wird zukünftig einer Katze und ihren Jungtieren Platz bieten. Insgesamt wurden in den Um- und Neubau 90.000 Euro investiert. Ein Drittel der Kosten übernahm der Verein der Zooparkfreunde in Erfurt. 

Im Thüringer Zoopark Erfurt gibt es bereits eine Anlage für den Kater. Bevor das neue Gehege im kommenden Jahr von der Katze bezogen wird, kommt aber Altkater "Idol" in den Genuss des großzügigen Außengeländes. Für die Zucht wurde bereits der Kater "Gahlib" aus dem Zoo Basel ausgewählt. Wenn er das entsprechende Alter erreicht hat, wird er seine Reise nach Erfurt antreten. 2012 wird dann auch eine junge Kätzin aus dem Zoo Krefeld eintreffen. Mit dem Einzug der Katze muss "Idol" wieder ausziehen und auch "Gahlib" wird nur von Zeit zu Zeit auf der neuen Anlage zu Gast sein – zum Decken der Katze wenn diese rollig ist. Danach vertreibt sie ihn aus ihrem Revier und zieht die Jungen allein groß. 

Die fünfjährige Lina war eine der Ersten, die den Geparden im Zoopark Erfurt aus nächster Nähe betrachten konnte.
Foto: Die fünfjährige Lina war eine der Ersten, die den Geparden aus nächster Nähe betrachten konnte. Nach dieser Begegnung erkundete Gepard "Idol" sein neues Zuhause. Foto: © Landeshauptstadt Erfurt, Stadtverwaltung

Zwei getrennte Anlagen sind Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Zucht: Erwachsene Geparden sind Einzelgänger, es lebt nur die Mutter mit ihren Jungtieren zusammen. Die Geschwister wandern ab und jagen teils auch gemeinsam, männliche Geschwister schließen sich durchaus auch für einen längeren Zeitraum zusammen. Würden im Zoopark die erwachsenen Geparden zusammenleben, gäbe es keinen Nachwuchs, da sie wie Geschwister zusammenleben und sich nicht verpaaren würden. 

Eine Besonderheit der neuen Anlage ist eine ganz spezielle Seilzuginstallation. Sie ermöglicht, dass der Gepard – er ist immerhin das schnellste Landsäugetier der Welt und kann weit mehr als 100 Kilometer pro Stunde schnell rennen – seine Beute so jagen kann, wie es ihm von der Natur vorgeben wurde. Auch wenn Kater "Idol" heute offensichtlich keinen Appetit auf "schnelles Futter" hatte und stattdessen in langsamem Schritt seine Gäste begutachtete, wird er sicher schnell die Vorzüge des Seilzuges kennenlernen und durch die Außenanlage rennen.