Terrakotten und Bilder: Gudrun Sailer, Eberswalde, stellt im Kulturhof aus

13.03.2012 16:00

Im Untergeschoss präsentiert die Erfurter Galerie Waidspeicher des Kulturhofes zum Güldenen Krönbacken in der Michaelisstraße 10 derzeitig Terrakotten und Bilder von Gudrun Sailer, Menschen, geprägt durch ihre eigenen Erfahrungen, in der Auseinandersetzung, emotional und doch bei sich.

Eine Frau, im Bild links, blickt den Betrachter an. Rechts zwei Terrakottafiguren.
Bild: Gudrun Sailer, Eberswalde Bild: © Stadtverwaltung Erfurt / S. Glaubrecht

Gudrun Sailer, in Rudolstadt geboren, hat an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle/S. Keramik studiert. Sie lebt und arbeitet freischaffend seit 1991 in Eberswalde.

Drei Terracottafiguren im Gesprächsverbund
Bild: "Drei" / Gudrun Sailer Bild: © Stadtverwaltung Erfurt / S. Glaubrecht

Ihr künstlerischer Werdegang begann mit der Töpferlehre in Bürgel, doch schon im Studium widmete sie sich der menschlichen Figur. Das Material Ton ist geblieben, dessen farbliche und formale Möglichkeiten schätzt sie noch heute.

Eine Terrkottafigur blickt nach vorn rechts, die Hände hat sie über dem Kopf zusammengeschlagen. Die andere Terrakottafigur steht Rücken an Rücken zur ersten Figur.
Bild: "Paar" / Gudrun Sailer Bild: © Stadtverwaltung Erfurt / S. Glaubrecht

In einer über die Jahre stetig weiterentwickelten Technik baut sie bis zu lebensgroße Figuren, nutzt die baulichen Notwendigkeiten gleichzeitig für den Ausdruck, beschreibt die gefundenen Formen mit schroffen Bruchkanten.

Eine Terrakottafigur hockend, die Arme übereinander gelegt. Kopf ist nur angedeutet.
Bild: "Besinnung" / Gudrun Sailer Bild: © Stadtverwaltung Erfurt / S. Glaubrecht

Das Fragmentarische in der Form steht als Gleichnis für die begrenzte Wahrnehmung, die ständige Veränderung im Leben und lässt dem Betrachter Raum für seinen eigenen Bezug. Natürliche Farben, zurückhaltend, erdig, im Kontrast zu schroffen Kanten oder scheinbar selbständig fließenden Linien, beschreiben stille Begegnungen, laden ein, sich wieder zu finden. Dazu zeigt Gudrun Sailer Collagen und Bilder, deren Themen die Plastiken ergänzen, mitunter verstärken. Die plastische Formentwicklung hat Spuren hinterlassen, ähnlich dem Aufbau einer Figur, zeichnet und malt sie, klebt Papiere oder schleift sie wieder. Es bleibt ein Finden, ein Hervorholen, was unklar schon da war.