Vortrag: Der Schmerzensmann anderer Überzeugung

27.11.2012 07:02

Dienstag, 4.12.2012, 19 Uhr, Angermuseum Erfurt; Prof. Dr. Michael Gabel Vortrag: Der Schmerzensmann anderer Überzeugung; Geschichte - Kunst - Theologie XIX, in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Forum im Land Thüringen

Das Christophorus-Motiv zählt zu den klassischen christlichen Bildmotiven, die über ihren ursprünglichen Kontext hinauswachsen. Die Palette der Beispiele könnte sich vom Wandgemälde im Erfurter Dom bis zu Otto Dix erstrecken. Horst Sakulowski verbindet das Motiv mit dem ebenfalls christlichen Schmerzensmann-Motiv. Herausgefordert durch Totalitarismen aller Art verbinden sich immer wieder Menschen unterschiedlicher Überzeu­gung, um "einer des anderen Last zu tragen" (Gal. 6,1). Eine Aufgabe, die sich angesichts von Hass und Gewalt global, aber auch in der Alltäglichkeit der pluralen Gesellschaft immer wieder neu stellt. 

Prof. Dr. Michael Gabel (*1953, Erfurt) studierte Philosophie und Katholische Theologie. 1993-2000 Dozent für Fundamentaltheologie und Religionswissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät Erfurt, dort seit 2000 Professor für Fundamentaltheologie und Religionswissenschaft, seit 2011 Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät Erfurt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung "Tischgespräch mit Luther. Christliche Bilder in einer atheistischen Welt" steht die paradox erscheinende Konjunktur religiöser Themen im atheistisch verfassten DDR-Staat. Die von Paul Kaiser und Kai Uwe Schierz kuratierte Ausstellung offenbart an repräsentativen Beispielen die Verschiedenheit der Intentionen, die zur Verarbeitung christlicher Motive und Stoffe führten, und die Vielfalt der Formen, die daraus resultierten. Mit fast 100 Werken der Malerei, Grafik und Skulptur – zumeist Leihgaben aus regionalen und überregionalen Sammlungen, aber auch aus dem Besitz des Angermuseums, sind prominente Vertreter der Kunst in der DDR in der Ausstellung präsent: wie Otto Dix, Werner Tübke, Wolfgang Mattheuer, Uwe Pfeifer, Bernhard Heisig, Nuria Quevedo, Harald Metzkes und Heinz Zander. 

Eintritt frei.