Bernd Kerkin 85.12 - Ausstellungseröffnung im Kulturhof zum Güldenen Krönbacken

04.07.2013 14:02

Vom 06.07. bis 11.08.2013 zeigt die Galerie Waidspeicher im Kulturhof Krönbacken in der Michaelisstraße 10 die Ausstellung "Bernd Kerkin 85.12". Die Ausstellungseröffnung findet am 06.07.2013, 19 Uhr, statt. Öffentliche Führungen werden am 18.07., 08.08.2013, 17 Uhr, angeboten. Geöffnet ist die Ausstellung Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

Der Künstler im blauen Hemd steht vor seinem Gemälde und lacht.
Foto: Bernd Kerkin vor seinem Werk "Hauschka-Variation 55, 2012" Foto: © Stadtverwaltung Erfurt / S. Glaubrecht

Die Ausstellung "Bernd Kerkin 85.12" zeigt Auszüge aus dem künstlerischen Werk, des in Berlin lebenden Malers und Bildhauers, das ab Mitte der 1980er Jahre entstanden ist. Seine abstrakten Malereien sind überzogen mit Zeichen und Chiffren, deren Quelle das Reisen ist und die dabei gefundenen Formen des Fremden aufgreifen. Das Abstrakte ist diesen Bildern mit Pinsel, Spachtel und anderen Malmitteln energisch eingeschrieben.

Texturen aus Sand, Farbe und Spachtelmasse modellieren schroffe, erdig raue Oberflächen, die im Wechsel mit ganz ebenen Partien stehen, welche durch das Abtragen der oberen Farbschichten entstanden sind. Der Prozess des Malens als konzentrierter Akt und das Spiel mit dem Zufall werden offenbar. Diesen in Schwarz, Weiß und Erdtönen gehaltenen Materialbildern, haftet das Archaische und Geheimnisvolle an.

Kunstwerk mit roher, aufgerissener Oberfläche
Foto: Detail der Skulptur "brol, o. T. 1989/90" / Bernd Kerkin Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Auch die Skulpturen von Bernd Kerkin – gleich ob aus Ton oder Holz – haben rohe, aufgerissene Oberflächen. Sie vereinen das Expressive mit dem Minimalistischen. Das Material wird zum Ausdrucksträger. Seine Werke sensibilisieren unsere Augen für die Ästhetik des Vergehens.

"In den großformatigen Bildern verbinden sich die Fragmente magischer Zeichen erlebter Kulturen mit einer eigenen Bildsprache, die versucht, dieses seltsam andere Sein künstlerisch zu übersetzen. Die Erfahrung der Distanz, der Möglichkeit, sich in der Fremde behaupten zu können, ist die Probe auf die Frage nach der Deformation des Ichs in einer geschlossenen Gesellschaft […]." (Eugen Blume)