Abnehmender Schrecken | zunehmende Liebe

07.09.2017 10:11

Seit gestern füllt eine 42 Meter lange, von 95 Stühlen umrahmte Tafel den Erfurter Domplatz. Die gewaltige Installation ist Teil des transmedialen Kunstwerkes „Abendmahl – abnehmender Schrecken | zunehmende Liebe“ des Komponisten und Medienkünstlers Thomas Christoph Heyde, das anlässlich des Reformationsjubiläums in der Landeshauptstadt gezeigt wird.

Abendmahl vor der imposanten Dom-Kulisse

Stühle vor dem Dom-Ensemble.
Foto: Am 9. September wird die Tafel zum Spielort eines der komplexesten Werke der Gegenwart Foto: © Stadtverwaltung Erfurt / M. Sauerbrey

Am 9. September, 20:15 Uhr, wird die Tafel zum Spielort eines der komplexesten Werke der Gegenwart: 95 Sängerinnen und Sänger verteilen sich auf den spektakulär designten Sitzplätzen und bringen in einem öffentlichen Konzert den lateinischen Originaltext der 95 Thesen von Martin Luther sowie eine Neuinterpretation des „Vaterunser“ zur Uraufführung. Über den Köpfen der Akteure sind große und weithin sichtbare Videoleinwände installiert, die von auf dem Tisch fahrenden Kameras gespeist werden. Die Aufführungen werden so zu einem musikalischen, filmischen und szenischen Gesamtkunstwerk, welches seinen Platz als vitaler und streitbarer Beitrag zum Jubiläum "500 Jahre Reformation" einnimmt.

Das Projekt des Forum Zeitgenössischer Musik Leipzig [FZML] e. V. und der Filmproduktion Lumalenscape vereint nicht nur verschiedene Chöre, Ensembles und Solisten miteinander, es schafft vor allem einen sinnlichen Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart.