Aufregung im Stadtarchiv

19.04.2017 15:33

Für unerwartete Aufregung sorgte am heutigen Vormittag ein Einsatz der Feuerwehr im Stadtarchiv.
Bei Räumarbeiten im Magazin waren aus Akten mehrere Ampullen herausgefallen. Eine Ampulle wurde dabei zerstört. Der beißende Geruch, der dabei austrat, hatte die Mitarbeiter veranlasst, die Feuerwehr zu alarmieren. Mit mehreren Fahrzeugen des Gefahrgutzuges der Stadt Erfurt, darunter mit Mess- und Nachweis-Komponenten, war die Gotthardtstraße zugestellt.

Unbekannte Substanz führte zu Feuerwehreinsatz

Ein kleiner Karton mit einer Aufschrift aus dem Jahre 1949 und davor vier kleine Glaskugeln.
Foto: Kleine Glaskugeln sorgten für große Aufregung – Entwarnung war schnell gegeben. Foto: © Feuerwehr Erfurt

Die Einsatzkräfte erkundeten die flüssige Substanz, die als Hocherhitzungsreagenz zum Nachweis der Hocherhitzung von Milch  aus den Ende 1940er Jahren gekennzeichnet war, mit verschiedenen Mess- und Analysegeräten.

Dabei wurden Fluoridverbindungen nachgewiesen, die wasserlöslich sind und an der Luft verdunsten. Zeitnah konnten die Feuerwehr Entwarnung geben, da somit klar war, dass es sich um keine gefährliche Substanz handelte, sondern vielmehr um ein Mittel, das seinerzeit in der Lebensmittelindustrie gebräuchlich war.

Der Rollcontainer, in dem die Akten mit den Substanzresten lagerten, wurde ins Freie gebracht. Nach einer Stunde war der Einsatz vor Ort für die ausgerückten 37 Feuerwehrkräfte erledigt – zum Glück am Ende wenig gefährlich, dafür aber durchaus mit einem interessanten Fund verbunden.

Im Nachgang wurde der amtsärztliche Dienst der Stadt Erfurt informiert, um Näheres über das Reagenz aus den 1940er Jahren zu erfahren.