Sizilianische Lebensart auf dem Domplatz

20.08.2007 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter,seit zwei Wochen zieht gegen 21 Uhr eine eingängige Melodie durch die Straßen der Erfurter Altstadt und lockt Touristen wie Einheimische gen Domplatz – sei es als zahlender Besucher oder als Zaungast der 14. DomStufen-Festspiele des Theaters Erfurt.

Seit 1994 bilden die Domstufen und die Silhouette von Dom und Severi – neben dem Erfurter Rad das Symbol der Stadt Erfurt – die Kulisse dieses ganz besonderen Open-Air-Ereignisses, das weit über die Grenzen der Thüringer Landes­haupt­stadt hinausstrahlt. Jetzt ist Halbzeit auf der schönsten Bühne der Stadt, auf der in diesem Jahr Pietro Mascaganis Oper „Cavalleria rusticana“ aufgeführt wird – eine eindrucks­volle Geschichte um Liebe, Eifersucht und Intrigen.

Die Wirkung der traditionsreichen Festspiele ist weithin spürbar: Aus dem gesamten Bundesgebiet reisen kulturbegeisterte Touristen an, die Außengastronomie der Gaststätten und Kneipen am Domplatz ist bis zum letzten Platz gefüllt, Domplatz und Petersberg verwandeln sich in beliebte Treffpunkte für jung und alt – so lassen sich laue Sommernächte genießen.   

Mit dem Einakter „Cavalleria rusticana“, mit dem der 1890 gerade 26jährige Komponist Pietro Mascagni zu weltweitem Ruhm gelangte, hat die Leitung des Theaters wieder ein gutes Händchen bewiesen. Das Drama um eine betrogene Ehefrau in Sizilien, die aus Eifersucht ihren Ehemann in ein tödliches Duell treibt, kommt beim Publikum gut an, die Vorführungen sind zumeist ausverkauft.   

Als besonders beliebt erweist sich in diesem Jahr die schlichte Kulisse aus einer überdimensionierten Madonnenfigur und 250 Stühlen – denn sie lässt den Blick auf das beliebte Stadtwahrzeichen unverbaut und zeigt dennoch eindrucksvoll die Gegensätze des sizilianischen bunten Glaubens und des kargen Lebens.  

Noch bis zum 2. September können Sie die „Cavalleria rusticana“ mit ihrer harmonischen Musiksprache erleben. Nutzen Sie die Gelegenheit! 

Eine angenehme Woche mit lauen Sommernächten wünscht Ihnen

Ihr

Andreas Bausewein