Auf schnellen Rädern im Andreasried

19.11.2007 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter, nach beinahe zwei Jahren wird am Dienstag die Bahnglocke im Andreas­ried wieder geläutet und die Rad­renn­bahn damit offiziell übergeben. Bereits im kommenden Frühjahr finden die ersten Rennen auf der umgebauten Rad­renn­bahn statt – übrigens die älteste der Welt.

Hätten Sie es gewusst? Kaum zu glauben, aber die Erfurter Rad­renn­bahn ist tatsächlich die älteste der Welt und kann auf eine traditions­reiche Radsport­geschichte zurückblicken. Eingeweiht am 6. Juni 1885 entwickelte sich die Radrenn­bahn im Andreas­ried zu einem Sportzentrum, das bis heute seinen Reiz nicht verloren hat – von einer Sandbahn, zu einer Radrenn­bahn mit Zement­piste (1899), in eine 454-Meter-Bahn (1925), in eine 333-Meter-Bahn (1975) und im Jahr 2007 schließlich in eine moderne 250-Meter-Hoch­geschwindig­keits­renn­strecke. 

Diese umfang­reiche Baumaß­nahme wurde überhaupt erst möglich, nachdem vom Bundes­innen­ministerium und vom Freistaat Thüringen Förder­mittel in Höhe von 3,49 Millionen Euro bereit­gestellt wurden. Die Stadt leistete einen Eigenanteil von fast 2 Millionen Euro und der Erfurter Sportbetrieb, der Bund Deutscher Radfahrer, der Thüringer Radsport-Verband, der Olympia­stützpunkt Thüringen sowie der RSC Turbine Erfurt entwickelten das Konzept zur General­sanierung.  

Im Mai 2005 begannen die Baumaß­nahmen an dem Ort, an dem Rad­geschichte geschrieben wurde. Hier fanden und werden auch zukünftig hoch­karätige Rennen stattfinden. Darum wurde die Rennbahn unter Berück­sich­tigung der Anforderungen aller olympischen Bahnrad­sport­disziplinen konzipiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 250 Meter Rennstrecke, 600 Tonnen Stahl, 1 200 Kubikmeter Beton, Platz für gut 3 000 Zuschauer, 6 800 Quadratmeter Dachbe­spannung. Allein diese Zahlen lesen sich wie Rekorde. Kommenden Mai – also genau zwei Jahre nach Baubeginn – wird die Bahnglocke das erste Rennen nach dem Umbau einläuten.

Unsere einheimi­schen Nachwuchs- und Spitzen­sportler sind nicht nur vor Ort, sondern weltweit erfolgreich und auf Medaillen­jagd. Namen wie Detlef Macha, Daniel Becke, Rene Wolff, Conny Cyrus oder Ulrike Weichelt sind den meisten von ihnen bestimmt noch in guter Erinnerung. Und mit der neuen Radrenn­bahn werden auch zukünftig Impulse von Erfurt ausgehen. So wird die Bahn für den Übungs- und Trainings­betrieb im Nachwuchs- und Hochleistungsbereich sowie nationale und internationale Wettkämpfe und Meisterschaften genutzt.

Eine angenehme Woche mit fahrradfahr­freundlichem Wetter wünscht

Ihr

Andreas Bausewein