Hirschgarten bekommt neues Gesicht

10.12.2007 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter, wieder ist eine Hürde genommen: Am Donnerstag tagte die Jury zur Gestaltung des Hirsch­gartens, dem letzten großen Schandfleck der Erfurter Innenstadt. Die Würfel fielen für ein Berliner Planungs­büro und damit – im Sinne der Erfurter – für eine Park­land­schaft mit viel Grün und zahlreichen Sitz­gelegen­heiten.

Hirschgarten und Stadtplatz – das sind die beiden Elemente, aus denen sich die Parkanlage am westlichen Anger zukünftig zusammen­setzten könnte. Eine große Wiese mit Spring­brunnen und altem Baum­bestand auf der einen Seite und ein Platz mit Baumhain und Sitz­gelegen­heiten sowie angrenzenden Rasenflächen auf der anderen Seite, außerdem die beiden Wachhäuser und ein Pavillon mit Gastronomie. So könnte sich der Hirschgarten nach seiner Fertig­stellung präsentieren.

Nach 26 Jahren wird das Areal gegenüber der Staatskanzlei endlich wieder einer Nutzung zugeführt. Aus 25 Entwürfen – sie kamen aus Deutschland, Belgien, Österreich, Schottland und der Schweiz – wählte die neunköpfige Jury des Realisierungs­wettbewerbs "Inner­städtische Freiraum­gestaltung am Hirsch­garten" mit 8:1 Stimmen den Entwurf des Berliner Ateliers Loidl.

Als Sachpreisrichter und Erfurter bin ich der Überzeugung, dass dieser Entwurf bei den Erfurterinnen und Erfurtern großen Zuspruch erfahren wird. Denn mit dem Park verschwindet nicht nur ein Schand­fleck, vielmehr erhöht sich auch die Attraktivität des westlichen Angers. So heißt es in der Begründung der Jury: "Die Gestaltung des Geländes, vor allem die Offenheit im westlichen Teil mit der völligen Verfüllung der Baugrube erfüllt in hervorragender Weise die geforderte Scharnier­funktion des Hirsch­gartens zwischen Anger und Langer Brücke und garantiert gleichzeitig durch die ebenerdige Anbindung eine hohe Benutzer­freundlichkeit."

Im Januar wird die Stadtverwaltung Erfurt die Empfehlung der Jury als Vorlage in den Stadtrat einbringen. Sollte dieser seine Zustimmung geben, kann bereits im zeitigen Frühjahr mit der konkreten Planung begonnen werden. Danach erfolgt die Ausschreibung und knapp drei Monate später könnte mit der Umsetzung des Bauvorhabens begonnen werden.

Mit der Parkgestaltung wird Erfurt auch seinem Rauf als Blumenstadt wieder ein Stück mehr gerecht, denn Blumenstadt zu sein geht nicht nur einher mit blühenden Beeten sondern auch mit städtischem Grün. Bereits im kommenden Jahr wird das Gebiet nicht mehr wieder­zuerkennen sein: Im Herbst wird das westliche Wachhaus übergeben, das Loch verfüllt sein. Richtig gemütlich wird es aber erst 2009 werden, dann können Sie Ihren Hirschgarten in Besitz nehmen.  

Ihr

Andreas Bausewein

Wenn Sie wollen, können Sie sich in dieser Woche alle 25 Entwürfe im Haus der sozialen Dienste im Fritz-Heckert-Saal ansehen: Montag, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr, Mittwoch und Freitag bis 13 Uhr.