Zu Besuch in der Partnerstadt Haifa

10.03.2008 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter, nach einem ruhigen Flug landete ich vergangenen Mittwoch in Begleitung der Fraktions­vor­sitzenden des Erfurter Stadtrates und dem Vorsitzender der Jüdischen Landes­gemeinde Thüringen, Herrn Wolfgang Nossen, in Tel Aviv. Von dort aus ging es mit dem Bus die Mittel­meer­küste entlang nach Haifa, Erfurts Partner­stadt.

Gerne bin ich der Einladung meines Haifaer Amtskollegen, Oberbürgermeister Yona Yahav, gefolgt. Ein Treffen war längst überfällig. Unsere Delegation wurde herzlich empfangen und auf ein erstes Kennenlernen und eine Stadtrundfahrt folgten Gespräche zum Ausbau der Städtepart­nerschaft. Mit der Stadt am Mittelmeer ist Erfurt bereits seit Februar 2000 freundschaftlich verbunden. Damals unterzeich­neten mein Amtsvorgänger Manfred Ruge und der damalige Haifaer Oberbürger­meister Amram Mitznah eine Freundschaftsvereinbarung, die am 17. Juli 2005 in einen Partnerschaftsvertrag mündete.

Doch die Anfänge dieser Freundschaft waren alles andere als selbstverständlich und leicht. Denn trotz der Fürsprache meines Mainzer Kollegen Jens Beutel, konnte man sich in Haifa einer gewissen Skepsis gegenüber dem ostdeutschen Neupartner nicht erwehren. Der Stachel, von der DDR über Jahrzehnte diplomatisch ignoriert worden zu sein, saß zu tief. Doch diese Hürden sind längst genommen: Nach zahlreichen gegenseitigen Austauschprogrammen, besonders auf der Ebene der Jugendarbeit und des Sports, aber auch der Solidarität der Erfurter in Zeiten der Not, sind Haifa und Erfurt nunmehr freundschaftlich verbunden.

Diese emotionale Nähe bekam ich auch in den letzten Tagen zu spüren. Aber natürlich wurde nicht nur Dienstliches besprochen. So lernten wir am ersten Abend die Mitglieder des Rotary-Clubs kennen, die uns zur 75-Jahrfeier ihres Clubs einluden. Während einer Stadtrund­fahrt sahen wir Haifa als Kultur- und Wissenschafts­zentrum und bestaunten die unglaubliche Vielfalt dieser sehens- und liebenswerten Stadt. Und mit dem Oberbürgermeister und der Haifaer Verwaltungsspitze planten wir den Ausbau unserer Partnerschaft. So möchten wir beispielsweise eine Schulpartnerschaft ins Leben rufen und die Kontakte zwischen den Feuerwehren und der Wirtschaft intensivieren.

Gestern hieß es denn Abschied nehmen. Und während die Fraktionsvorsitzenden zurück nach Deutschland flogen, bin ich weitergereist nach Jerusalem. Hier findet vom 9. bis zum 12. März die internationale Konferenz "Partnerstädte und Städte­organisationen" statt, vor dem Hintergrund des 60. Jahrestages des Staates Israel und des 75. Jahrestages des Städte- und Gemeinde­bundes Israels. Am Mittwoch geht es dann zurück nach Deutschland. Doch zuvor blicke ich gespannt der Begegnung mit Premier Ehud Olmert, Staatspräsident Shimon Peres sowie der Außenministerin Tzipi Livni entgegen.

Es grüßt Sie herzlich aus Israel  

Ihr

Andreas Bausewein