Israel zu Gast

05.05.2008 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter, zum Staat Israel haben wir eine besondere Verbindung. Nicht nur wegen unserer Städte­partner­schaft mit der Küstenstadt Haifa sondern auch aufgrund der deutschen Geschichte – doch diese soll am Israeltag, anlässlich des 60. Jahrestages der Staats­gründung am 8. Mai, nicht im Vordergrund stehen.

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft, die Arbeits­gemeinschaft Kirche und Judentum, die Jüdische Landes­gemeinde Thüringen, das DGB-Bildungswerk und die Stadtverwaltung Erfurt organisieren den Israeltag am 8. Mai auf dem Erfurter Fischmarkt. Während normaler­weise historische und aktuelle Probleme wie die Vertreibung und Vernichtung der Juden im Dritten Reich oder der nicht enden wollende Konflikt mit den Palästinensern die Gespräche über Israel dominieren, ist der Israeltag in Erfurt vom Facettenreichtum dieses Landes und israelischen Lebens geprägt und soll ein Stück israelischen Alltag in die Thüringer Landes­hauptstadt bringen.

Politiker, Künstler, Autoren und Sportler werden beim Israeltag erwartet, der um 15 Uhr mit dem Anschnitt einer Geburtstags­torte auf dem Fischmarkt eröffnet wird. Da der 60. Jahrestag der Staats­gründung unter dem Motto "Kinder Israels" steht, gibt es neben einem abwechslungs­reichen Programm mit Klezmer-Musik, israelischen Speisen und Informations­ständen auch zahlreiche Angebote für Kinder. Sie können sich schminken lassen, basteln und ihre Fingernägel mit hebräischen Schriftzeichen verzieren. Bei einer Tombola sollen außerdem Spenden für chronisch kranke Kinder im Rambam-Krankenhaus in unserer Partnerstadt Haifa gesammelt werden. 2.700 Euro hat sich die Deutsch-Israelische Gesellschaft zum Ziel gesetzt – für jeden Kilometer, der Erfurt und Haifa trennt, einen Euro.

Doch ganz unbeschwert werden die Veranstaltungen und Feiern um den 60. Jahrestag der Staats­gründung nicht werden, fällt er doch, aufgrund des jüdischen Kalenders, in diesem Jahr mit dem Tag der Befreiung zusammen. Und darum sollten wir uns an diesem Tag kritisch und offen zugleich ein Bild machen: Die eigene Geschichte reflektieren; an unsere Partnerstadt Haifa, eine sehens- und liebenswerte Stadt im Norden Israels, denken und mit unverstelltem Blick auf den multi­kulturellen Staat Israel und die Kinder Israels schauen.

Eine angenehme Woche wünscht Ihnen

Ihr

Andreas Bausewein