Hand in Hand mit Norwegen

26.05.2008 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter, Norwegen ist nicht nur land­schaftlich sehr reizvoll, das Land ist auch reich und stetig auf der Suche nach Arbeits­kräften. Die Norweger selbst sind ein sehr aufge­schlossenes und freundliches Volk und nicht wenige Thüringer haben im hohen Norden ihr Glück gefunden.

Seit zwei Jahren pflegt die Thüringer Landeshaupt­stadt enge Kontakte mit der Provinz Hordaland, insbesondere der Stadt Bergen und der Kommune Askøy. Bisher haben wir uns bei der Zusammen­arbeit vor allem der Bildung und Ausbildung Jugendlicher gewidmet, jetzt soll es auch um Arbeitsplätze gehen. Darum startete ich am Dienstag vergangener Woche zu einer Dienstreise nach Bergen – mit 240 000 Einwohnern die zweit­größte Stadt Norwegens – im Gepäck einen "Letter of intent" und viele Ideen für gemeinsame Vorhaben.

Doch zuerst zu den bereits realisierten Projekten: Im letzten Herbst fand der erste Schüler­austausch zwischen der weiter­führenden Schule Askøy und der Staatlichen Berufs­bildenden Schule Andreas Gordon in Erfurt statt. Ein halbes Jahr lebten und lernten acht jugendliche Norweger in Erfurt und absolvierten hier den theo­retischen Teil ihrer Ausbildung. Wie sehr sie das halbe Jahr in Erfurt genossen haben, zeigte sich bei unserem Wieder­sehen, bereits im Sommer wollen sie ihre neu gewonnenen Freunde in Erfurt besuchen.

Noch wichtiger als dieser Besuch war aber das Treffen mit der Ratspräsidentin Hordalands, Torill Selsvold-Nyborg. Am Donnerstag unter­zeichneten wir einen Letter of intent, der nicht nur die Vorführung unserer Projekte enthält sondern auch deren Ausbau. So kommt zu dem Schüler­austausch ein Praktikum für auszubil­dende BA-Studenten beider Verwaltungen oder auch eine Kooperation auf dem Gebiet des Tourismus mit einem Austausch von Schülern des Bergener Handels­gymnasiums und Auszubil­denden der Tourismus GmbH Erfurt.

Nicht im Letter of intent enthalten, aber in Planung ist eine Fachkräfte­messe in Erfurt - denn die Norweger sind auf der Suche nach gut ausgebil­deten Arbeitern. Wie sehr sich ein solcher Schritt lohnen kann, zeigen die vielen Deutschen, die ihr Glück in Norwegen gefunden haben. Zwar sind die Lebens­haltungs­kosten, insbesondere für Lebensmittel, sehr hoch. Aber die Menschen verdienen auch gutes Geld und leben in einem Land, dessen Einwohner sich durch eine große Freund­lichkeit und dessen Kultur und Landschaft sich durch einen unglaublichen Reichtum auszeichnen. Auch davon konnte ich mich während meiner Dienstreise überzeugen.

Wenn es also nicht die Arbeit ist, die Sie nach Norwegen zieht, dann vielleicht die Reiselust. Einen Besuch kann ich Ihnen jedenfalls bestens empfehlen.

Ihr

Andreas Bausewein