Frohe Weihnachten

22.12.2008 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter, ich wünsche Ihnen und allen, die diese Tage mit Ihnen verleben und die Ihnen nahe stehen, sowie den Gästen unserer Stadt ein frohes und besinn­liches Weih­nachts­fest sowie Kraft und Gesund­heit, um auch im neuen Jahr wieder den alltäg­lichen Her­aus­for­der­ungen gewachsen zu sein.

Der Vorweihnachtsstress ist fast vorüber und endlich kehrt die herbeigesehnte Ruhe ein. Jetzt müssen nur noch der Baum geschmückt, das Festessen vorbereitet und die Geschenke verpackt werden, um das wohl schönste Fest des Jahres zu feiern. Viel zu selten nehmen wir uns so viel Zeit für die Familie wie am Ende des Jahres. Doch Weihnachten ist einfach ein guter Anlass, Zeit mit der Familie zu verbringen, Freundschaften zu pflegen, an Weggefährten zu denken und Danke zu sagen. Außerdem ist die Weihnachtszeit bestens geeignet, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen, sich an Erfolge, aber auch weniger Gelungenes zu erinnern und Pläne für das kommende Jahr zu schmieden.

Während unserer Weihnachtszeit feiern unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger Chanukka, das Lichterfest. Gesten wurde auf dem Fischmarkt ein drei Meter hoher Chanukka-Leuchter eingeweiht und sein erstes Licht entzündet. Als Zeichen der Verbindung jüdischer und christ­licher Kultur, soll er zukünftig für die Dauer des alljährlichen Chanukka-Fest vor dem Rathaus aufgestellt werden – um gemeinsam dieses Fest zu bege­hen und als Symbol der Versöhnung. Denn die Erfurter Geschichte ist untrennbar mit der jüdischen Geschichte verbunden: Jüdische Einwohner prägten schon früh das Stadtbild und die Entwicklung Erfurts und in nur wenigen Städten sind so viele Zeugnisse jüdischen Lebens erhalten. Nehmen wir nur die Alte Synagoge, die Kleine und die neue Synagoge oder auch die Mikwe. Diese Zeugnisse werden nun um den künstlerisch gestalteten achtarmigen Chanukka-Leuchter bereichert. Ich würde mich freuen, wenn dieser Leuchter Einheimische wie Gäste dazu bewegt, sich mit der jüdischen Geschichte und Gegenwart auseinander­zusetzen und die Orte jüdischen Lebens in Erfurt zu besuchen.

Doch wir möchten nicht nur an unsere jüdischen Mitbürger denken sondern auch an die Menschen, die das Weihnachtsfest nicht so feiern können wie die meisten von uns. Auch in Erfurt leben viele Menschen, die Weihnachten allein verbringen, für die es keine Geschenke gibt, kein Festessen: Sei es, weil sie keine Familie haben, weil sie krank sind oder arm. Selten sind die karitativen Einrichtungen der Stadt so voll wie über die Weihnachtsfeiertage. Im Restaurant des Herzens und in der Suppen­küche kann man sich nicht nur aufwärmen, hier gibt es eine warme Mahlzeit und Menschen, die einem zuhören. Und wieder andere verbringen das Fest anstatt in Familie bei der Arbeit, vor allem die Mitarbeiter des Kranken-, Pflege- und Rettungs­dienstes. Auch an diese Menschen sollten wir an Weihnachten denken!

Ich wünsche Ihnen allen ein besinnliches und frohes Weihnachtsfest und erholsame Feiertage. Herzlich grüßt Sie

Ihr

Andreas Bausewein