Erfurt trifft Kati in Mali

19.01.2009 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter,  die Thüringer Landes­haupt­stadt hat bereits zehn Partner­städte – aber vielleicht wird in naher Zukunft eine weitere dazu kommen. Am kom­men­den Samstag reise ich im Auftrag des Haupt­aus­schusses mit einer Dele­gation und Ver­tre­tern der Presse nach Kati, eine Stadt in der nordwestafrikanischen Republik Mali.

Der erste Kontakt mit Mali liegt knapp zwei Jahre zurück. Im Mai 2007 besuchte die Malische Botschafterin Fotoumata Sire Diakite Erfurt und nahm hier die Auszeich­nung als Botschafterin des Monats der Zeitschrift Diplomatische Depesche entgegen. Sie trug sich in das Goldene Buch der Stadt Erfurt ein und nutzte ihren Aufenthalt auch dazu, die Thüringer Landeshauptstadt näher kennenzulernen. Vor ihrer Abreise versicherte sie, mit ihren Enkelkindern wiederkommen zu wollen – unter anderen um ihnen unseren schönen Egapark zu zeigen.

Zurück in Mali begann ein reger Austausch via Internet und die Idee eine Partner­schaft zwischen Erfurt und einer malischen Stadt, gewann langsam an Kontur. Es dauerte nicht lange, dann meldete sich die Verwaltung der Stadt Kati – eine Kleinstadt, die gerade mal 15 Kilometer von der 1,5 Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt Bamako entfernt liegt – und bekundete ihr Interesse an einer Partnerschaft. Schnell waren sich die Erfurter Verwaltung und die Stadtrats­fraktionen einig: Wir möchten Kati gerne kennenlernen. Und so werden wir am Samstag gemeinsam mit zwei Journalisten der TA und der TLZ nach Afrika fliegen.

Ich bin sehr gespannt, was uns erwartet, zählt Mali doch zu den zehn ärmsten Ländern der Welt und bildet damit ein Schwerpunktpartnerland der deutschen Entwicklungs­zusammen­arbeit. Schwerpunkte der deutschen Entwicklungshilfe in Mali sind: die Dezentralisierung und Kommunalentwicklung, Landwirtschaft und Nutzung der natürlichen Ressourcen sowie Trinkwasser­versorgung und Abwasser­aufbereitung. Zahlreiche Entwicklungsprojekte sind aber auch auf die Verbesserung der Lebensbedingungen der Frauen und Mädchen ausgerichtet; der Kampf gegen Aids ist auch in Mali längst eine Aufgabe von höchster staatlicher Priorität. Und auch wir werden schauen, in welcher Weise wir, die Landeshauptstadt Erfurt, uns in Kati ganz konkret nützlich machen können!

Ich bin sehr gespannt auf Mali, das sehr großen Wert auf das friedliche Zusammenleben zwischen den Religions­gemein­schaften legt und dessen Beziehung zu Deutschland ausnehmend gut ist. Das mag neben den Hilfsleistungen vor allem darin begründet sein, dass die Bundesrepublik Deutschland der erste Staat war, der die unabhängige Republik Mali 1960 bei seiner Auflösung der kurzlebigen Föderation mit Senegal anerkannte. Und ganz besonders gespannt bin ich natürlich auf Kati.

Übrigens folgt unser Besuch dem des in der vorigen Woche stattgefundenen Staatsbesuch des malischen Präsidenten S. E. Amadou Toumani Touré und sollte somit unter einem guten Stern stehen.

Doch jetzt wünsche ich Ihnen erst einmal einen angenehmen Wochenstart. Ich melde mich an dieser Stelle wieder am 2. Februar – dann mit ausführlichen Informationen zu unserem Besuch in Kati.

Ihr

Andreas Bausewein