Hilfen für Kati

02.02.2009 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter,  am Samstag, den 24. Januar reiste ich für eine Woche in ein mir bis dahin unbe­kann­tes Land: nach Mali. Auf­ge­schlos­sene Men­schen, un­end­lich viele Ein­drücke, viel Freude aber auch viel Leid be­geg­neten mir während dieser Reise. Eine Reise, die unsere Erfurter Dele­ga­tion in die Stadt Kati führte, die eine Partnerschaft mit Erfurt anstrebt.

Was wir in der vergangenen Woche erlebten, ist nur schwer in Worte zu fassen. Eine der markantesten Erinnerungen wird die Herzlichkeit der Malier bleiben. Wo immer wir hinkamen – ob in Krankenhäusern, beim Marktbesuch, bei der Verwaltung, in Schulen, dem Kinderheim oder auch bei einer Hochzeit – wir wurden ausgesprochen freundlich und oft auch neugierig empfan­gen. Aber noch ein zweiter Aspekt wird mir immer gegenwärtig bleiben: Die Masse der Menschen in Mali ist bitterarm.

Mit der angestrebten Partnerschaft möchten wir unseren Beitrag gegen diese Armut leisten und gezielte Hilfen anbieten. Natürlich gibt es viele Dinge, mit denen man die vorhandene Not sofort lindern kann. Doch wirklich Hilfe ist nur die Hilfe zur Selbsthilfe. Diese möchten wir unserem Reiseziel Kati  – einer Kleinstadt, die gerade mal 15 Kilometer von der 1,5 Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt Bamako entfernt liegt – soweit es uns möglich ist gerne bieten. Dennoch kamen wir zu dem Schluss, dass auch schnelle Hilfen notwendig sind:

So besuchten wir beispielsweise zwei Krankenhäuser in Kati, von denen eines einen besonders erschütternden Eindruck bot. Es fehlte an nahezu allem. Darum möchte ich mit beiden Erfurter Krankenhäuser sprechen, inwieweit diese Krankenbetten, medizinische Hilfsmittel aller Art, Rollstühle aber auch Gehhilfen zur Verfügung stellen können – für uns natürliche und simple Dinge, in Kati alles andere als selbstverständlich. Auch im Bildungssektor können wir helfen: So fehlt es an Schulmaterialien jedweder Art. Zu den schlechten materiellen Bedingungen kommen Umstände wie Klassengrößen von bis zu 100 Schülern. Da diese häufig dem Platzmangel geschuldet sind, können wir auch hier helfen. So kann man für rund 600 Euro ein Klassenzimmer bauen und komplett einrichten. Und der Aus­bildungs­schneiderei Katis – in denen die Frauen nicht nur das Schneiderhandwerk sondern auch Lesen lernen – fehlt es an Nähmaschinen. An zehn fußbetriebenen Maschinen lernen die jungen Frauen – während das Stromkabel über ihnen den Einsatz elektrischer Nähmaschinen ermöglichen würde. Ein weiteres Thema, das wir im Auge behalten möchten, sind die Brunnen, von denen die meisten nicht tief genug sind und damit während der Trockenzeit versiegen. Ein 25 Meter tiefer Brunnen könnte Abhilfe schaffen, 700 Euro wären dafür von Nöten.

In den nächsten Monaten – ist sich die Erfurter Delegation einig – möchten wir erste Ergebnisse unseres Besuches vermelden können. Ich bin mir sicher, dass wir das schaffen werden!

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Woche

Ihr

Andreas Bausewein