Museen laden ein zur langen Nacht

11.05.2009 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter, Freitag­abend, wenn in den Museen der Stadt so lang­sam Ruhe ein­kehrt, wird in dieser Woche das Licht nicht aus-, sondern angemacht. In der Nacht von Freitag auf Sams­tag laden die Erfurter Museen und Galerien ein zur zehnten "Langen Nacht der Museen". 25 Häuser öffnen an diesem Abend ihre Pforten, jedes einen Besuch wert …

Bester Ausgangspunkt für die nächtliche Museumstour ist der Anger. Einmal hier, sollte man die Gelegenheit auch gleich nutzen, einen Blick in das Angermuseum zu werfen. Hier locken nicht nur Neuerwerbungen, sondern auch die Aussicht auf ein Museum im Umbau. Vom Anger aus starten aber auch mehrere Shuttlebusse – je nach Wetterlage oben offen. Besonders unterhaltsam dürfte es in dem Bus ins Schlossmuseum Molsdorf zugehen, das die Besucher mit dem Garten des Grafen Gotter, Gemälden Otto Knöpfers und einem Konzert des Ensembles "Musica viva" erwartet. Für die perfekte Einstimmung sorgt der Erfurter Journalist und Buchautor Heinz Stade, der unter anderem aus seinem druckfrischen Buch "Schatzkammer Thüringen – Burgen und Schlösser, Parks und Gärten" vorlesen wird.

Eine zweite Buslinie bringt sie zum Oldtimer-Club und ins Elektromuseum. Während sich in dem einen alles um blinkende Karossen dreht, sorgt das andere für Erleuchtung: Unter dem Thema "Das Ende der Glühlampe?" geht es zurück bis zu Kohlefaden und Leuchtdiode. Die Vorteile elektrischen Lichtes lassen sich an einer Station der dritten Buslinie direkt erfahren: In den ohne Licht sonst stockfinsteren Horchgängen der Festung Petersberg. Diese Buslinie steuert auch das Deutsche Gartenbaumuseum im Egapark an, in dem sich in dieser Nacht alles um Kräuter dreht – im Garten, in der Druckerpresse oder im Salat – und das zu Musik unter Palmen lädt. Überhaupt ist diese Nacht sehr musikalisch, so auch in der EVAG-Wagenhalle oder beim Bauhaus­fest der Fachhochschule.

Aber auch in der Innenstadt gibt es viel zu sehen und zu hören: Während Sie das Stadtmuseum in die Goldenen Zwanziger entführt, lädt das Museum für Thüringer Volkskunde zu einem Ausflug in die 1950er Jahre. Der Kulturhof Krönbacken ermöglicht den Blick in fremde Häuser und das Präparatorenteam des Naturkunde­museum den sprichwörtlichen Blick unter die Haut. Kleine und Alte Synagoge haben geöffnet. Ebenso die Galerie Rothamel, das Kunsthaus und die Kunsthalle. Schwarze Kunst ganz ohne Magie präsentiert der Druckgrafiker Ernst August Zimmermann im Benary Speicher, scharfe Sachen gibt es im Bornsenf­museum und filmische Zeugnisse Erfurter Geschichte im Stadtarchiv.

Wer in dieser Nacht viel sehen möchte, muss gut planen. Darum kann ich Ihnen nur das Programmheft ans Herz legen. Doch egal wofür Sie sich entscheiden, eines kann ich Ihnen versprechen: Die Lange Nacht der Museen 2009 wird garantiert nicht langweilig.

Ihr

Andreas Bausewein