Die Welt der Bücher

02.06.2009 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter, ich begrüße Sie nach dem Pfingst­fest heute aus­nahms­weise erst an einem Dienstag anstatt wie gewohnt montags. Ich hoffe, Sie konnten das verlän­gerte Wochen­ende nutzen, sich zu erholen. Und vielleicht haben Sie am gestrigen Kindertag ja auch die eigenen oder die Enkelkinder mit Geschenken erfreut. Vielleicht sogar mit einem Buch. In dieser Woche stehen jedoch nicht die Bücher in hei­mi­schen Regalen im Mittel­punkt, son­dern Bücher in Bib­lio­theken – beim 98. Deut­schen Bib­lio­thekar­tag.

Mehr als 2300 Bibliothekare erwarten wir vom 2. bis 5. Juni in der Thüringer Landeshauptstadt. 85 Jahre nachdem Erfurt 1924 Gastgeber des Bibliothekartages war, treffen sich die Vertreter dieses Berufsstandes in diesen Tagen beim 98. Deut­schen Bibliothekartag, der in diesem Jahr unter dem Motto "Ein neuer Blick auf Bibliotheken" steht, erneut in Erfurt. Während die Experten die Rolle der Bibliotheken in der Informations­gesellschaft hinterfragen, die Herausforderungen der Digitali­sierung beleuchten und die Aufgaben der Bibliotheken im Zuge eines sich wandelnden Bildungsbegriffes diskutieren, möchte ich Ihren Blick auf die Erfurter Bibliothekslandschaft lenken.

Was würden Sie schätzen, wie viele Bibliotheken es in Erfurt gibt? Vier? Oder sechs? Oder mehr? Es sind über 25. Sie sind so vielfältig, wie die Welt der Bücher selbst und halten neben Sach- und Fachbüchern unter anderem auch Belletristik, Kinder- und Jugendbücher, Zeitungen und Zeitschriften – im original oder digitalisiert – bereit sowie zahlreiche neue Medien wie CDs oder DVDs. Neben der Stadt- und Regional­bibliothek mit ihren Außenstellen und der Bibliothek für Kinder, haben wir weitere Bibliotheken beispielsweise an der Universität und an der Fachhochschule, in den Museen und in den Frauenzentren der Stadt sowie in Behör­den. Nicht mit eingerechnet sind die zahlreichen Bibliotheken in den Erfurter Schulen.  

Die älteste Erfurter Bibliothek ist die "Bibliotheca Amploniana", die größte noch geschlossen erhaltene Handschriftensammlung eines spätmittelalterlichen Gelehr­ten – dem Arzt und zweiten Rektor der Universität Erfurt, Amplonius Rating de Bercka (ca. 1365 – 1435). Die 979 Bände der Amploniana – darunter jahrhunderte­alte Handschriften von unschätzbarem Wert – sind hoch­sensibel und werden in der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha aufbewahrt. Im Dezember 2001 übergab die Stadt Erfurt die Handschriften­sammlung, die sich seit 1908 im Besitz der Stadt befindet, der Universitätsbibliothek als Dauerleihgabe.

Ob nun zu Forschungszwecken, für das Studium oder zum Vergnügen – Bücher sind der Schlüssel zu Wissen, Bildung, Information aber auch Unterhaltung. Die Biblio­theken unserer Stadt sind nicht nur ein Zugang zur Welt der Bücher, sie sind auch ein besonders preiswerter. Und Sie sind herzlich eingeladen, die Bibliotheken der Stadt zu nutzen.  

Ihr

Andreas Bausewein