Besuch aus Afrika

13.07.2009 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter, Anfang dieses Jahres war ich mit Mit­arbeitern der Stadt­ver­waltung und Mitgliedern der Stadt­rats­fraktionen im afrikanischen Kati, eine Stadt unweit der mali­schen Haupt­stadt Bamako. Ziel unseres Besuches war nicht nur einander kennen­zu­lernen, viel­mehr ging es darum zu schauen, ob wir städte­partner­schaft­liche Beziehungen zu Kati aufbauen möchten.

Ich glaube für die ganze Delegation sprechen zu können wenn ich sage, dass uns die einwöchige Reise ungemein beeindruckt hatte. Trotz gravierender Armut und unglaublichen Differenzen zwischen der kleinen afrikanischen Oberschicht und der allgegenwärtigen Unterschicht wurden wir auf das herzlichste empfangen. Nach der Woche waren uns zwei Dinge klar: Wir wollen den Menschen in Kati helfen und wir wollen die Kontakte weiter ausbauen.

Heute ist Tag eins des ersten Gegenbesuchs: Katis frisch gewählter Bürgermeister, Hamala Haїdara, und eine Delegation aus Kommunalpolitikern werden in dieser Woche die Thüringer Landeshauptstadt aber auch das Erfurter Umland kennen­lernen. Wir haben für unsere Gäste ein abwechslungsreiches, unterhaltsames aber auch informatives Programm zusammengestellt. So werden sie unter anderem auf eine Entdeckungstour durch Erfurt eingeladen und allerhand über unsere Stadt und deren Geschichte erfahren. Selbstverständlich wird die Delegation auch Gelegenheit bekommen, die Thüringische Küche zu erkunden. Außerdem werden unsere Gäste Erfurt als Stadt des Gartenbaus und der Pflanzenzucht kennenlernen.  

Aber wir haben auch einen Besuch im Helios-Klinikum organisiert sowie eine Visite der Mülldeponie in Schwerborn – zwei Stationen, die für die Malier von besonders großem Interesse sein dürften. Denn die medizinische Versorgung in Mali ist mangelhaft – was nicht ausschließlich daran liegt, dass es wenig Mittel und Möglich­keiten gibt, sondern auch daran, dass sie ein anderes medizinisches und hygienisches Selbstverständnis haben. Auch gibt es in Kati keinerlei Müllentsorgung. Hier wollen wir unseren Gästen Wege vorstellen, die auch bei ihnen umsetzbar sind.  

Am Freitag steht nicht nur die Eintragung in das Goldene Buch der Stadt Erfurt und die Unterzeichnung eines Abkommens zum Ausbau unserer freundschaftlichen Kontakte an. Am Freitagabend haben Sie, liebe Erfurterinnen und Erfurter, die Möglichkeit, unsere Besucher kennenzulernen. Gemeinsam mit der Thüringer Allgemeine laden wir Sie um 19:30 Uhr zu einem afrikanischen Abend in das Café Nerly in der Marktstraße ein. Sie sind herzlich willkommen.

In der Hoffnung, dass das Wetter doch noch sommerlich wird, verabschiede ich mich bis zum 27. Juli – denn in der kommenden Woche möchte ich mit meiner Familie gen Ostsee reisen.

Ihr

Andreas Bausewein