Endspurt im Superwahljahr

07.09.2009 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter, das Super­wahl­jahr neigt sich seinem Ende ent­gegen. Ab heute öffnet das Brief­wahl­büro im Alten Archiv des Erfurter Rat­hauses für die letzte Wahl dieses Jahres – die Wahl des Deut­schen Bundes­tages – seine Pforten.

Nach der Kommunal- und der Europawahl am 7. Juni und der Landtagswahl am 30. August steht nun, am 27. September, die Wahl zum 17. Deutschen Bundestag an. 62,2 Millionen wahlberechtigte Deutsche sind an diesem Tag aufgerufen, den neuen Bundestag zu wählen. In Thüringen sind rund 1,9 Millionen Menschen wahlberechtigt. Die Erfurterinnen und Erfurter können ab sofort montags, dienstags und donnerstags von 08:30 Uhr bis 18:00 Uhr sowie mittwochs und freitags bis 12:00 Uhr im Briefwahlbüro wählen gehen.  

Deutschlandweit werden – vorbehaltlich der sich aus dem Bundeswahlgesetz ergebenden Abweichungen – 598 Abgeordnete gewählt, die Hälfte von ihnen direkt, jeweils einer pro Wahlkreis, die andere Hälfte über die sogenannte Liste. Bundesweit gibt es 299 Wahlkreise. Sie sind so eingeteilt, dass in jedem etwa gleich viele Wähler leben. Aktuell bildet die Landes­hauptstadt Erfurt gemeinsam mit der kreisfreien Stadt Weimar, den Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Grammetal und der ehemaligen Gemeinde Gutendorf den Wahlkreis 193 Erfurt-Weimar-Weimarer Land II.

Darum hat bei der Bundestagswahl jeder Wähler zwei Stimmen, eine Erststimme und eine Zweitstimme. Mit der Erststimme wählen Sie Ihren Wahlkreisabgeordneten – also einen der Kandidaten des Wahlkreises 193. Der Politiker, der in seinem Wahlkreis die meisten Stimmen bekommt, erhält das so genannte Direktmandat. Insgesamt werden 299 Mitglieder des Bundestages mit der Erststimme, also direkt gewählt. Mit der Zweitstimme wählt man keinen bestimmten Kandidaten, sondern eine Partei. Entsprechend den Prozenten, die eine Partei durch die Zweitstimme deutschlandweit erhält, kann sie Kandidaten in der Reihenfolge ihrer Liste in den Bundestag entsenden – wiederum 299.

Um in den Bundestag zu kommen, brauchen die Parteien aber mindestens fünf Prozent der Stimmen – eine Hürde, die in Thüringen für die Kommunalwahlen abgeschafft wurde. Diese Maßnahme wird nach wie vor kritisch diskutiert, da sie insbesondere den extremistischen Parteien den Einzug in die Stadtparlamente erleichtert. Doch auch auf Bundesebene gibt es eine Ausnahme von der Fünf-Prozent-Hürde: Eine Partei, die weniger als fünf Prozent der Zweitstimmen bekommt, darf dann Politiker in den Bundestag entsenden, wenn sie in mindestens drei Wahlkreisen Direktmandate gewinnt.

Ich würde mich freuen, wenn Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch machen – sei es per Briefwahl oder direkt am Wahltag, dem 27. September. Und wenn Sie jetzt noch Fragen haben: Auf Erfurt.de erfahren Sie alles rund um die Wahlen dieses und vergangener Jahre.

Ihr

Andreas Bausewein