Ausgezeichnetes Lesevergnügen

28.09.2009 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter, Politisch, geist­reich, unter­haltend: Die Erfurter Herbst­lese ist eine der wich­tigsten Veran­staltungs­reihen Erfurts und des gesam­ten Frei­staates. Am Freitag wird der Verein mit dem Kultur­preis der Landes­haupt­stadt Erfurt aus­ge­zeichnet.

"Deutschland – ein Wintermärchen?" lautete die Frage, die den Erfurtern im Novem­ber 1997 auf einem Faltblatt gestellt wurde – im Jahr des 200. Geburtstags Heinrich Heines und dem ersten Jahr der Erfurter Herbstlese. Als die Erfurter Herbstlese des gleichnamigen Vereins 1997 erstmals veranstaltet wurde, ahnte niemand, welche Ausmaße diese Lesereihe einmal annehmen würde. Die in der Satzung als Buch­woche deklarierte Veranstaltungsreihe fiel schon beim ersten Mal größer aus als geplant und aus dem Programmfaltblatt ist längst ein umfangreiches Programmheft geworden.

Was mit zehn Veran­staltungen und einer unvergessenen Auftaktlesung mit Marcel Reich-Ranicki begann, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einer der größten literarischen Veranstaltungsreihen in Deutschland. Jährlich zwischen Oktober und Dezember lockt die Erfurter Herbstlese Bücherfreunde aus ganz Thüringen in die Landeshauptstadt. Die Besucherzahlen stiegen von 2000 im ersten Jahr auf 14.000 Besucher im Jahr 2008. Der große Erfolg basiert auf dem Konzept der Lesereihe: In der Hauptsache lesen Schriftsteller aus ihren aktuellen Büchern. Weil es aber auf die Mischung ankommt, werden auch Schauspieler, Politiker, Journalisten oder Sänger eingeladen. Belletristik und politische Sachbücher bilden die Schwerpunkte, doch neben einem Programmteil für Kinder und Jugendliche gibt es auch Spezialthemen wie Kochen, Sport und Reisen sowie Beiträge von Thüringer Autoren oder Bücher mit Heimatbezug.

Die Erfurter Herbstlese hat sich so sehr etabliert, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis der Verein für den Kulturpreis der Thüringer Landeshauptstadt vorschlagen wird. Der Kulturpreis wird seit 1997 alle zwei Jahre an Künstler, Personengruppen oder Institutionen verliehen, die der Stadt beson­ders verbunden sind oder mit ihrem Schaffen das kulturelle Leben in einmaliger Weise prägen. Nach A. T. Mörstedt (Maler und Grafiker), Jürgen Kerth (Musiker), E. A. Zimmermann (Druckgrafiker), Prof. Dr. G. Frischmuth (Chorleiter), Dieter König (Leiter der Stadtharmonie) und Günter Kreienbrink (Restaurator und Buchbinder) wird diesen Freitag mit dem Erfurter Herbstlese e. V. erstmals ein Verein ausgezeichnet.

In diesem Jahr fragt die Herbstlese "Früher war alles besser?" Bis zum 9. Dezember wird wieder vor gelesen, diskutiert oder auch gesungen werden. Seien auch Sie dabei! Für viele Veranstaltungen sind schon nur noch Restkarten erhältlich!  

Ihr

Andreas Bausewein