Kein Brett vorm Kopf

05.10.2009 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter, woher kommt eigentlich das berühmte "Brett vorm Kopf" und was kann man dagegen tun? Die Besucher der diesjährigen Erfurter Kinder-Uni, einem Gemein­schafts­projekt von Uni­versität, Fach­hoch­schule und Helios Klinikum, werden auf diese und andere Fragen mit Sicher­heit Ant­worten erhalten.

Am 1. Oktober startete die Kinder-Uni mit einer Vorlesung über die Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Mit einem Kinder-Uni-Studentenausweis bewaffnet, offenen Ohren und Herzen und nicht zuletzt auch vielen Fragen im Gepäck werden viele hundert Erfurter Schulkinder von sieben bis 14 Jahren in den kommenden Wochen Vorlesungen und Workshops besuchen wie "die Großen" und Hochschulluft schnuppern.

Die Neugier und Begeisterungsfähigkeit der jungen Hörer ist es, die die Organisatoren und Dozenten der Kinderuniversität jedes Jahr aufs Neue antreibt, ein anspruchsvolles wie kindgerechtes Programm zusammenzustellen. Und so gibt es kaum ein Thema, das nicht behandelt wird: Der Radiologe Prof. Basche gewährt Blicke unter die Haut in den Menschen hinein; mit Dr. Liebl-Biereige und Herrn Hochberg besuchen die Steppkes einen Rettungshubschrauber; Prof. Hoyme geht mit den jungen Studierenden der Frage auf den Grund, woher ein Baby weiß, dass es "fertig" ist und zur Welt kommen kann und Forstwirschaftsmeister Ralf Götze lädt zu einer Mathe-Vorlesung der besonderen Art ein, nämlich in den Wald.

Die Kinderuniversität ist mittlerweile eine feste Größe in der Thüringer Landes­hauptstadt. Auf Initiative des SWR-Tigerenten-Clubs feierte sie 2003 mit acht Vorlesungen ihre erste Auflage. Heute ist sie aus der Thüringer Landeshauptstadt nicht mehr wegzudenken. Jährlich nehmen an den mittlerweile rund 30 Veranstaltungen bis zu 3000 Schulkinder an den Vorlesungen, Seminaren und Workshops teil. Bis in den Dezember hinein können die Steppkes in ihren Studentenausweisen Teilnahmebestätigungen – Stempel – sammeln. Sechs an der Zahl sind nötig um ein Zertifikat zu erhalten. Aber auch der Besuch weniger Vorlesungen ist möglich und in jedem Fall lohnenswert! Obwohl die meisten Veranstaltungen bereits ausgebucht sind, gibt es für einzelne Veranstaltungen – vor allem in den Herbstferien – noch freie Plätze.

Den Schlaufüchsen – wie sich die jungen Studenten übrigens selbst nennen – wünsche ich spannende Stunden bei ihrer Kinderuniversität. Und allen Eltern, Großeltern und übrigen Verwandten wünsche ich Kinder, die nicht müde werden zu fragen.

Ihr

Andreas Bausewein