Netzwerk für Integration

07.12.2009 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter, am Mitt­woch feiert das Netz­werk für Inte­gra­tion und Migra­tion der Landes­haupt­stadt Erfurt sein 10-jähriges Bestehen im Rat­haus­fest­saal. Das Netz­werk ist ein gut funk­tionieren­der Zusammen­schluss von öffent­lichen und freien Trägern, von Migranten und anderen, an der Inte­gra­tion von Zu­ge­wander­ten betei­lig­ten.

Stellen Sie sich vor, Sie kämen in ein fremdes Land uns müssten dort Fuß fassen, vorübergehend oder auch für immer. Ihren Besitz hätten sie fast vollständig zurücklassen müssen und jetzt hieße es, von vorne zu beginnen, sich ein neues zu Hause aufzubauen. Ohne die Unterstützung der Menschen und Institutionen Ihrer neuen Heimat wäre das beinahe unmöglich. Zum Glück, so muss man sagen, ist die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ist zu einem Schlüsselthema in der Politik unseres Landes geworden. Die Frage heutzutage lautet nicht mehr, ob wir mit Migranten zusammen leben wollen, sondern, wie wir dieses Zusammenleben gestalten wollen.

In Erfurt haben sich ganz unterschiedliche Angebote entwickelt, die einander sinnvoll ergänzen. Eine Möglichkeit des Aufeinanderzugehens stellen die Interkulturelle Woche oder auch das Projekt Fremde werden Freunde dar. Sie richten sich sowohl an Einheimische als auch an Migranten. Aussiedler und Flüchtlinge werden aber auch in der Politik vertreten, insbesondere durch den Ausländerbeirat, der vergangene Woche gewählt wurde und sich im Januar konstituiert. Ein weiterer Baustein ist das Netzwerk für Integration und Migration. Verschiedene Erfurter Vereine, Organisa­tionen, Institutionen, Verbände aber auch Einzelpersonen hatten seinerzeit die Notwendigkeit neuer Integrations­formen erkannt und das Netzwerk gegründet.

Sie haben das gemeinsame Ziel, die Integration von Migranten zu unterstützen und damit zum Erfolg zu führen. Hierbei spielen sowohl zwischenmenschliche Kontakte und die Integration in soziale Netzwerke eine Rolle als auch Hilfestellungen bei Behördengängen. Ein weiteres Ziel besteht darin, die Selbsthilfe- und Organisations­fähigkeit von Migranten und Spätaussiedlern zu unterstützen und zu fördern. Darüber hinaus sollen soziale und gesellschaftliche Konflikte vermieden werden, beispiels­weise indem die Auf- und Annahmebereitschaft von Menschen fremder Kulturen in der einhei­mischen Bevölkerung gestärkt und gefördert wird.

Im Jahr 2004 wurde eine Fach- und Servicestelle für Integration und Migration im Zentrum für Integration und Migration (ZIM) aufgebaut. Sie ist eine Anlaufstelle für Migranten und Beteiligte am Integrationsprozess, wie Vereine und Ämter aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger. Das ZIM ist zumeist die erste Anlaufstelle für Migranten und fester Bestandteil des Netzwerkes und es ist ein lebendiges und offenes Haus mit multikulturellen Angeboten.

Erfolgreiche Integration ist kein Zufall. Integration kann nur durch das zivil­gesell­schaftliche Engagement jedes Einzelnen gelingen und Zuwanderer können nur dann wirklich Teil unserer Gesellschaft werden, wenn sie gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben beteiligt sind.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine angenehme Woche

Ihr

Andreas Bausewein