Die Kraft der Sonne nutzen

16.11.2009 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter, Freitag und Sams­tag fand in Erfurt in der Fach­hoch­schule die sechste Auflage der bundes­weiten Konfe­renz RegioSolar statt. Dass sich die Veran­stalter für die Thüringer Landes­haupt­stadt ent­schieden, hat mehrere Gründe – einer der wichtigsten dürfte aber sein, dass Erfurt selbst eine Solar­stadt ist.

Die RegioSolar versteht sich als bundesweite Plattform, die insbesondere der Vernetzung regionaler Akteure und dem Informations- und Erfahrungsaustausch dient. Erstmals fand sie in den neuen Bundesländern statt. Sie richtet sich sowohl an engagierte Initiativen als auch an Multiplikatoren aus Wirtschaft, Politik, Planung und Verwaltung. An zwei Tagen wurden in Fachvorträgen und Workshops Themen in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Elektro-Mobilität präsentiert und diskutiert.

Erfurt ist – wie der gesamte Raum Mittelthüringen – ein führender Standort für die Photovoltaik-Industrie, von der Forschung über die Waferproduktion bis hin zur Anwendung. Wussten Sie, dass sich auf 39 Erfurter Schulgebäuden Photovoltaik­anlagen befinden? Dass zwei Windparks bereits heute etwa 7,5 Prozent des Stromabsatzes der Stadtwerke in Erfurt erzeugen? Und dass derzeit zwei große Solarkraftwerke in Erfurt entstehen die noch in diesem Jahr ans Netz gehen? Bei der Langen Nacht der Wissenschaften konnten Sie hinter die sonst verschlossenen Türen der Forschungs- und Produktionsstätten blicken. Demnächst wird Erfurt aber auch äußerlich als Solarstadt sichtbar sein.

Am 17. September 2009 begannen mit einem Spatenstich die Bauarbeiten für das Photovoltaik-Kraftwerk der Bosch Solar Energy AG im Güterverkehrszentrum Erfurt-Linderbach. Das Solarkraftwerk entsteht nahe des Unternehmensstandorts der Bosch Solar Thin Film GmbH, einer Unternehmens­tochter der Bosch Solar Energy AG. Dort werden die verbauten amorphen und mikromorphen Dünnschicht-Solarmodule produziert. Der acht Hektar messende Solarpark wird über eine Nennleistung von rund 2 MWp verfügen. Halb so groß aber nicht weniger wichtig ist das Solarkraftwerk, das derzeit auf Initiative der Beton Fertigteilbau Erfurt GmbH auf dem firmeneigenen Gelände an der Stotternheimer Straße entsteht. Das am Erfurter Kreuz beheimateten Unternehmen Masdar PV liefert die dafür notwendigen 10.000 Dünnschicht-Solarmodule.

Die Region Erfurt ist einer der bedeutendsten Solarstandorte. Mit der Fertigstellung der beiden Freilandanlagen Ende dieses Jahres, wird der Solarstandort Erfurt dann auch äußerlich sichtbar sein. Damit und mit den vielen kleinen privaten Anlagen, liegt der Anteil klimaschonender Technologien bei der Stromerzeugung – inklusive der Kraft-Wärme-Kopplung – bei über 60 Prozent des Netzabsatzes der Stadtwerke in Erfurt.  

Die Thüringer Landeshauptstadt liegt nicht nur inmitten des grünen Herzens Deutschlands, sie steht auch für grüne, sprich erneuerbare Energien. In diesem Sinne mit sonnigen Grüßen

Ihr

Andreas Bausewein