Stadtwette verloren, Olympiagold gewonnen

01.03.2010 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter, war das ein spannen­des Wochen­ende! Wie viele andere Erfurter­innen und Erfurter habe ich Samstag­abend immer wieder zwischen ZDF und ARD hin- und her­geschal­tet, um sowohl "Wetten, dass…?" als auch den vor­letzten Tag der Olym­pischen Spiele zu sehen. Zeit zum Traurig­sein über die ver­lorene Stadt­wette hatte ich nur kurz, denn eine halbe Stunde später gewan­nen Stephanie Beckert und Daniela Anschütz-Thoms Olympia­gold.

Beide Sendungen habe ich von Bad Liebenstein aus verfolgt, wo ich seit kurzem zur Reha bin. Denn wie Sie sicher wissen, leitet nach meinem Bandscheibenvorfall Anfang dieses Jahres Erfurts Bürgermeisterin Tamara Thierbach die Geschäfte im Rathaus. Dennoch bin ich natürlich an allen Geschehnissen in der Landeshauptstadt interessiert und informiert – sei es persönlich oder über die Medien. Und Ereignisse wie "Wetten, dass…?" verfolge ich vom Fernseher aus.    

"Wetten, dass…?" gastierte am Samstag bereits zum fünften Mal in Erfurt. Das größte Ereignis für die Erfurterinnen und Erfurter ist dabei immer die Stadtwette. So wurde 2001 Wasser von der Gera auf den Messevorplatz getragen und ein Pool 80 cm hoch gefüllt. 2005 verkleideten sich 25 Professoren als Krokodile und sangen auf dem Domplatz mit Begleitung der Erfurter Philharmonie "Schni-Schna-Schnappi". Und 2008 trugen die Erfurter Badewannen und -zuber auf die Domstufen und gingen baden. Die Stadtwette hatten wir bisher immer gewonnen.

Nur in diesem Jahr, da hat es leider nicht geklappt. Anstatt der 1500 geforderten kamen "nur" rund 1000 Erfurterinnen und Erfurter auf den Messevorplatz – mit Taschenlampen ausgestattet und im Outfit der Kultband Kiss. Auch wenn wir die Wette verloren haben, der Schriftzug sah toll aus und alle jene, die zur Messe gefahren sind, hatten sicher viel Spaß und waren ihren Stars ganz nah. Mein herzlicher Dank gilt allen, die sich Samstag auf den Weg gen Messe gemacht haben sowie der EVAG, die Sonderstraßenbahnen im Einsatz hatte.

Viele andere – und das kann ich sehr gut verstehen – saßen sicher vor dem Fernseher um die Teamverfolgung im Eisschnelllauf mit Erfurter Beteiligung zu verfolgen. Was war das spannend. Im Halbfinale stürzte Anni Friesinger-Postma und rettete die Mannschaft Dank vollem Körpereinsatz trotzdem ins Finale. Und dann schafften es die Berlinerin Katrin Mattscherodt und die beiden Erfurterinnen Daniela Anschütz-Thoms und Zugmaschine Stephanie Beckert tatsächlich, den zwischen­zeitlich auf 1,7 Sekunden angewachsenen Rückstand auf die Japanerinnen aufzuholen und mit gerade mal 2 Hundertstel Vorsprung noch Gold zu erlaufen.

Unsere fünf Erfurt Olympioniken haben die Erwartungen der Landeshauptstädter mehr als erfüllt. Ihnen gelten unser Respekt und unser Dank, ihre Leistungen – insbesondere die von Stephanie Beckert und Daniela Anschütz-Thoms – kann man nicht genug würdigen. Und so ist es mir eine Ehre, ihre Namen ab Mittwoch im Goldenen Buch der Landeshauptstadt Erfurt zu wissen.   

Ich grüße Sie herzlich aus Bad Liebenstein und verabschiede mich bis April

Ihr

Andreas Bausewein