Weltoffen

24.01.2011 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter,in den ersten Wochen des Jahres finden erfahrungs­gemäß viele Empfänge statt – Unter­nehmen, Vereine aber auch die Verwal­tung ziehen Bilanz und geben einen Aus­blick auf die an­stehen­den Vor­haben. In dieser Woche werden gleich zwei realisiert: Die Eröff­nung des Erinner­ungs­ortes Topf & Söhne und der Besuch unserer zukünf­tigen Partner­stadt Kati.

Einen Tag nach meinem Neujahrsempfang, eröffnet am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, und nach einem guten Jahr des Um- und Aufbaus der Erinnerungsort Topf & Söhne mit der Ausstellung "Techniker der ’Endlösung’. Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz". Ich lade Sie ein, diesen besonderen Bildungsort zu besuchen: ob zur Filmvorführung am Eröffnungsabend, zu Führungen, Lesung und Konzert am Wochenende oder auch zu einem späteren Zeitpunkt.  

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma Topf & Söhne zählt zu einem Kapitel der Deutschen und auch der Erfurter Geschichte, das viele in grausiger Erinnerung haben, andere am liebsten vergessen würden und einige sogar versuchen zu leugnen. Mit dem Erinnerungsort wollen wir genau das Gegenteil erreichen! Wir setzen uns bewusst mit diesem dunklen Kapitel deutscher Geschichte auseinander. Die Ausstellung richtet sich an die Erfurterinnen und Erfurter, an alle Gäste unserer Stadt, vor allem aber an Kinder und Jugendliche. Für sie wird es spezielle pädagogische Angebote geben.

So wie wir uns intensiv mit den Verstrickungen und dem Anteil der damaligen Firma Topf & Söhne und seinen Erfurter Mitarbeitern an dem Holocaust auseinandersetzen, so sind die Erfurterinnen und Erfurter heute weltoffen und tolerant. Das zeigt sich unter anderem an den derzeit zehn Partnerstädten auf vier Kontinenten. Eine elfte wird bald dazukommen – die malische Stadt Kati in Afrika, die ich ab Freitag besuchen werde. Vor fast zwei Jahren war ich schon einmal dort und schon damals war klar, dass diese Reise ihre Spuren hinterlassen würde.

So blieb es nicht bei einer offiziellen Absichtserklärung, vielmehr prägen vielfältige Kontakte und Projekte unsere Beziehung zu Kati: Es entstanden zwei Schulpartnerschaften, der Freundeskreis "Cercle des Amis Kati e. V." wurde gegründet und ein erster großer Spendentransport im Jahr 2009 versorgte die Ausbildungswerkstatt für Schneider mit Nähmaschinen und die Stadtverwaltung mit Computern, darüber hinaus beraten wir in Sachen Abfallwirtschaft.  

Bei der anstehenden Reise, auf der mich Vertreter aller Stadtratsfraktionen und die Zeitungsgruppe Thüringen begleiten, wollen wir nicht nur den ersten Spatenstich für das spendenfinanzierte Frauenzentrum vornehmen, wir wollen auch die Städtepartnerschaftsvereinbarung unterzeichnen. Die geplante Einweihung der Solaranlagen (wir haben im letzten Amtsblatt darüber berichtet) kann leider nicht stattfinden, da diese aufgrund der politischen Unruhen in Dakar erst in der fünften bzw. sechsten Kalenderwoche in Kati eintreffen werden.

Am 7. Februar melde ich mich wieder. Bis dahin wünsche ich Ihnen eine gute Zeit und bedanke mich bei allen Unterstützern und Spendern, die diese Partnerstadtbeziehung mit Leben füllen!

Ihr
 

Andreas Bausewein