Angerneugestaltung

14.02.2011 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter,im vergan­genen Jahr wurde in der Landes­haupt­stadt viel gebaut und inves­tiert – neben Kinder­tages­ein­rich­tungen und Straßen, bei­spiels­weise der NQV, wären noch Groß­vor­haben wie das Anger­museum oder das Haus Dacher­öden zu nennen. Und auch in diesem Jahr haben wir in Sachen Inves­titionen einiges vor.  

Aus dem Bereich Kultur ist auch die mittelalterliche Mikwe hinter der Krämerbrücke zu nennen, deren Überbau im Laufe des ersten Halbjahres fertig gestellt wird. Weitere Bereiche in die wir investieren sind Kindertagesstätten und Schulen, deren Sanierung trotz schwieriger Haushaltslage weiter vorangetrieben wird. Darüber hinaus wird in Kürze der Spiel- und Bürgerpark Espachbad eröffnet, im Sommer folgt die Riethsporthalle, ungefähr zeitgleich mit der Fertigstellung des Ersatzneubaus der Brücke "Straße der Nationen", und Anfang des nächsten Jahres wird das neue Bürgeramt am Standort Alte Feuerwache fertig gestellt sein. Die Arbeiten am Gefahrenabwehrzentrum Süd kommen gut voran und heute beginnen die Baumaßnahmen am westlichen Erfurter Anger.

Der 1976 - 1978 zur Fußgängerzone umgestaltete Anger präsentiert sich im westlichen Teil noch in seinem alten Charme und bedarf dringend einer Erneuerung. Sein neues Gesicht soll sich dabei an dem bereits sanierten östlichen Teil orientieren und in Straßenbelag, Stadtmöblierung, Beleuchtung und Grün dem Gesamtkonzept folgen. Für die Neugestaltung des westlichen Angers war auch die Meinung der Erfurterinnen und Erfurter gefragt: Ob online, schriftlich, im Bauinformationszentrum oder bei Bürgerversammlungen – die Landeshauptstädter hatten zahlreiche Möglichkeiten, ihre Vorstellungen, Anregungen und Wünsche einzubringen und sich über den Planungsprozess zu informieren. Im August 2010 entschied sich der Erfurter Stadtrat in großer Mehrheit für eine einseitige Pflanzung mittelkroniger Bäume, es folgte die Entwurfsplanung und in der Dezembersitzung deren Bestätigung.

Bevor die tiefenbautechnischen Maßnahmen – wie die Sanierung von Schadstellen am Abwasserkanal oder Gleisquerungen für Trinkwasser und Gas – beginnen, werden zwischen Angerbrunnen und Monumentalbrunnen vom 14. bis 28. Februar die vorhandenen Bäume gefällt. Ein Termin kurz vor Baubeginn ist aufgrund des Bundesnaturschutzgesetzes, welches ein Fällverbot von März bis September vorsieht, nicht möglich. Auf diese Weise ist die Belastung für wild lebende Tierarten am geringsten, da beispielsweise die Singvögel noch nicht brüten. 2011 werden außerdem die Beleuchtung und die Sanierung des Monumental­brunnens realisiert, 2012 bis 2013 werden die abschnittsweise Plattenverlegung und schließlich die Neupflanzung von 23 Amberbäumen erfolgen. Die Kosten für die Neugestaltung betragen 7,26 Millionen Euro und werden mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung zu 75 Prozent gefördert.  

Für viele Monate werden wir auf das Grün am westlichen Anger verzichten müssen und die eine oder andere Einschränkung hinnehmen müssen, aber im Ergebnis erwartet uns ein Stadtboulevard der sich sehen lassen kann.

Ihr
 

Andreas Bausewein