Zeitzeugen

30.05.2011 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter,  ab Mitt­woch wird der direkte Weg ins Rat­haus versperrt sein – und zwar von einem original Berliner Mauer­seg­ment in der mitt­leren Arkade. Wenn Sie wissen möchten, was es damit auf sich hat, können Sie ab Mitt­woch­abend die Aus­stellung "Mauer­fälle" im Alten Archiv im Rat­haus besu­chen.   

Doch was macht ein Berliner Mauersegment in der Landeshauptstadt? Anlässlich des 20. Jahrestages der Deutschen Einheit erwarb das Verbundnetz Gas AG (VNG) im Rahmen der Initiative "Verbundnetz für Demokratie und Toleranz" ein Original Berliner Mauersegment – als Symbol der Deutschen Wiedervereinigung und als ein Zeichen für Freiheit, Einigkeit und Hoffnung.

Doch die VNG erwarb nicht irgendein Mauerstück, das Originalteil der Berliner Mauer ist Mittelpunkt der VNG-Wanderausstellung "Mauerfälle", die auf der Leipziger Buchmesse im vergangenen Jahr startete. Zu Beginn seiner Reise wurde es von den "3 Vätern der Einheit" – Dr. Helmut Kohl, Michael Gorbatschow und George H. W. Bush – sowie weiteren Vertretern der Bürgerbewegung und Zeitzeugen unterzeichnet. Der Leipziger Künstler Michael Fischer-Art gestaltete das Mauersegment grafisch und dann ging es auf Reisen quer durch Europa. Begleitet wird das Mauerstück durch die Fotoausstellung "East – Zu Protokoll", die einzigartige Momentaufnahmen aus den entscheidenden Sommer- und Herbstmonaten des Jahres 1989 dokumentiert. Und vervollständigt wird das Projekt durch einen Schülerwettbewerb "21 Jahr Deutsche Einheit – Spurensuche in Erfurt", zu dem das Amt für Bildung aufgerufen hat.

Während der Reise des Mauerstücks durch Europa kamen zahlreiche Unterschriften hinzu, darunter die von Friedensnobelpreisträger und Wegbereiter der friedlichen Revolution Lech Walesa sowie die von Dr. h. c. Hans-Dietrich Genscher, Bundesaußenminister a. D., der die Verständigung zwischen Ost und West vorantrieb. Zur Ausstellungseröffnung am 1. Juni 2011 wird das Mauerteil von einem Erfurter Zeitzeugen, von Altpropst Dr. Heino Falcke, signiert werden. Unter dem Titel "Die Freiheit hat das Wort" findet am 8. Juni um 18:30 Uhr außerdem ein Podiumsgespräch im Rathausfestsaal statt. Der Eintritt ist freit, Mauerstück und Ausstellung sind vom 1. bis 14. Juni zu sehen.

Ohne die politische Wende, an die das Mauerstück erinnert, wäre auch das folgende Projekt unmöglich gewesen: Im Rahmen des 50-jährigen Egapark-Jubiläums eröffnet am 4. Juni die Freilandschau "Partnerschaftsgärten". Gärtner und Lehrlinge aus unseren Partnerstädten Vilnius, Mainz, Haifa, Lowetsch und Kalisz haben zwischen den Hallen 1 und 2 Gärten gestaltet. Darüber hinaus sind die Städte Lowetsch, Györ, Vilnius, Kalisz, Xushou, Haifa, Shawnee – und sogar die neue Partnerstadt Kati – mit Fotoausstellungen präsent.

Sie sind herzlich eingeladen, sich sowohl die Ausstellung Mauerfälle als auch die Partnerschaftsgärten anzuschauen.

Ihr
 

Andreas Bausewein