Mediale Lebens(t)räume

27.06.2011 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter,  die Thürin­ger Landes­medien­anstalt feiert ihren 20. Geburts­tag und fragt, ob uns eine digi­tale Hei­mat droht. Diese Frage wird ab heute in der Aus­stellung "Mediale Lebens­(t)räume" im Kulturforum Haus Dacher­öden bear­beitet. Das multi­mediale Veran­stal­tungs- und Aus­stellungs­event zeigt digitale Welten mit ihren Vor- aber auch mit ihren Nach­teilen.

Es ist gar nicht lange her, als die Medienlandschaft noch überschaubar war: Es gab die Tages- und Wochenzeitungen, das Radio und eine übersichtliche Anzahl an Fernsehsendern – und das auch noch lange Zeit in schwarz-weiß. Und heute? Aus der übersichtlichen Medienkleinstadt ist eine Megacity mit unzähligen Wegen, Kreuzungen, Lebensräumen und Möglichkeiten geworden, deren Stadtplan, wenn es denn einen gäbe, schon morgen nicht mehr aktuell wäre.  

Während sich ältere Bewohner zumeist auf gewohnten Pfaden bewegen, erkunden die Jungen die Stadt mit all ihren Möglichkeiten. Kinder und Jugendliche haben ihre Eltern – obwohl diese auch schon im technischen Wandel aufgewachsen und mit digitalen Medien vertraut sind – in der medialen Lebenswelt häufig längst abgehängt. Darum ist es wichtig, dass wir, die Eltern, hinsehen, was unsere Kinder machen.

Wie in jeder Megacity gibt es Plätze, die man ohne zu Zögern weiterempfiehlt, deren Besuch sich schon für ganz junge Onlinemediennutzer lohnt. Der Erfurter Netcode ist diesbezüglich ein wichtiger Wegweiser und kompetenter Ansprechpartner. Vielfach gibt es Verhaltens- und Spielregeln, die eine gewisse Medienkompetenz voraussetzen. Diese Regeln zu kennen und entsprechende Kompetenzen zu erwerben, ist unumgänglich – heute mehr denn je. Hier leisten die Thüringer Landesmedienanstalt, der Landesfilmdienst Thüringen e. V., die Jungen Medien Thüringen e. V. sowie zahlreiche Initiativen, Vereine und Wissenschaftler eine wichtige Arbeit. Doch all das nützt nichts, wenn nicht Lehrer, insbesondere aber die Eltern hinschauen, was ihre Kinder machen. Denn in dem Netz der schier unbegrenzten Möglichkeiten gibt es auch schwarze Schafe und dunkle Orte, vor denen die jungen Mediennutzer gewarnt und geschützt werden müssen. Sonst können aus medialen Lebens(t)räumen schnell Albträume werden.

Allerdings bringt das digitale Zeitalter auch sehr viele Fortschritte mit sich, die die meisten von uns nicht mehr missen möchten. Und wie so oft im Leben ist es das richtige Maß, das es zu finden gilt. Die TLM nimmt sich dieses Themas seit nunmehr 20 Jahren an. Im Rahmen des Veranstaltungs- und Ausstellungsevents "Mediale Lebens(t)räume" wird all das und vieles mehr thematisiert.

Als Oberbürgermeister der Kindermedienstadt Erfurt kann ich Ihnen dieses besondere Ausstellungsprojekt nur empfehlen und lade Sie herzlich ein, die medialen Lebens(t)räume zu erkunden!   

Ihr
 

Andreas Bausewein