Stadtmuseum wiedereröffnet

21.05.2012 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter,  gestern eröffnete im Erfurter Stadt­museum in der Johannes­straße die neue Dauer-Ausstellung "Tolle Jahre – an der Schwelle der Refor­mation". Die Aus­stellung führt Sie in ein Kapitel der Erfurter Stadt­geschichte, das für Persön­lich­keiten wie Martin Luther prägend war und das letztlich zu einer Verän­derung der religiösen Welt­ordnung führte.       

Die Neukonzeption des Stadtmuseums war schon länger im Gespräch. Im Juli 2010 begannen die Arbeiten am wissenschaftlichen Konzept, der Umbau startete im Mai des vergangenen Jahres und seit Januar 2012 musste das Museum vollständig geschlossen werden. Seit gestern können Sie sehen und erleben, was in den letzten Monaten erst in den Köpfen und schließlich in den Mauern des historischen Hauses zum Stockfisch entstand.

Unter den Exponaten finden sich ganz besondere Stücke, wie die verbliebenen Teile des einstigen Ratssilberschatzes, der erstmals seit 150 Jahren wieder an einem Ort versammelt ist. Dieser Schatz ist eine Hinterlassenschaft der größten und einflussreichsten Bürgerschaft Thüringens. Er lädt die Besucher ein, die wichtigsten mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Relikte des Stadtrates in ihrem Zusammen­hang, ihrer Funktionalität aber auch in ihrer Schönheit zu entdecken und verstehen zu lernen. Das Ratssilber kam bei verschiedenen Anlässen wie Turnieren und Festen zum Einsatz. Es diente als Tafelgerät und wurde darüber hinaus für Umtrunke bei bestimmten Zeremonien und Rechtsakten benötigt. Damit war es nicht zuletzt auch ein Symbol der Ratsgewalt. Am besten Sie machen sich selbst ein Bild!

Insgesamt wurden in 410.000 Euro investiert. 160.000 Euro stammen aus Fördermitteln des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur im Rahmen der Luther-Dekade, den 250.000 Euro städtischen Mitteln liegt ein Ratsbeschluss vom August 2010 zugrunde. Ein Drittel der Bausumme floss in die Erhaltung und Verbesserung der Gebäudesubstanz des Renaissance-Denkmals, 10.000 Euro Denkmalpflegemittel flossen in die Sanierung des spätmittelalterlichen Gewölbekellers und 270.000 Euro in die neue Ausstellung – von der Beleuchtung, über den Sondervitrinenbau bis hin zu Multimediaproduktionen.

Ohne das Zutun vieler Personen wäre diese Ausstellung nicht möglich geworden. Ich möchte sie hier nicht alle namentlich nennen, danke aber sowohl den Geldgebern als auch dem Kern des Ausstellungsteams, den beratenden wissenschaftlichen Kuratoren sowie allen an der Planung und Umsetzung dieser Ausstellung beteiligten Personen und Firmen.

Nutzen Sie doch einfach die nächste Gelegenheit und besuchen Sie mal wieder das Stadtmuseum!

Ihr
 

Andreas Bausewein