Gedanken zum Jahreswechsel

28.12.2012 00:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter,
Weih­nach­ten ist vorbei und das neue Jahr steht ins Haus. Ich hoffe, Sie hatten ein frohes wie besinn­liches Weih­nachts­fest und haben die Tage nutzen können, ein wenig zur Ruhe zu kommen, mal wieder ein Buch zu lesen und Zeit mit Menschen zu ver­bringen, die Ihnen nahe stehen. Herz­lichen Dank für die vielen Grüße und Glück­wünsche, die Sie mir in den Tagen vor dem Weih­nachts­fest über­bracht haben und die ich gern erwidere.   

Sicher nutzen auch Sie die Zeit um Neujahr, um Ihre ganz persönlichen Erlebnisse des Jahres Revue passieren zu lassen. Wie Sie im aktuellen Amtsblattes sehen können, gibt es auch aus städtischer Sicht Ereignisse, an die sich zu erinnern lohnt. Darum möchte ich diesen Neujahrsgruß nutzen, mit Ihnen auf das vergangene Jahr zurückzu­blicken:

Dass Erfurt eine lebens- wie liebenswerte Stadt ist, ist weithin bekannt. Das schlägt sich auch in den Bevölkerungszahlen nieder. Ende November betrug die Zahl der Landeshauptstädter 203.655, so viele wie seit 1997 nicht mehr. Das ist nicht nur der Attraktivität Erfurts geschuldet, sondern auch der Tatsache, dass es sich hier gut leben lässt – vom Kinderkrippen- bis zum Rentenalter.

Elementar dafür ist die wirtschaftliche Entwicklung der Landeshauptstadt. In den letzten fünf Jahren hatte Erfurt eine bisher nicht gekannte Investitionstätigkeit zu verzeichnen, die in diesem Jahr mit der Eröffnung von Zalando und Redcoon sowie der Standortentscheidung des Buchgroßhändlers KNV ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Außerdem gab es in allen Erfurter Gewerbegebieten Erweiterungen und Neubauten von Bestandsunternehmen. Sie sind der Beweis dafür, dass sich die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die das Rückgrat der Erfurter Wirtschaft bilden, ebenfalls gut entwickeln. Auch sie tragen zur steigenden Zahl der Arbeitsplätze bei.

Angesichts dieser positiven Entwicklung scheint es paradox, dass wir über leere Kassen reden. Aber aufgrund steigender Ausgaben und sinkender Zuweisungen durch das Land haben wir aktuell ein Haushaltsloch von fast 30 Millionen Euro, dass es zu schließen gilt. Einen beschlossenen Haushalt gibt es noch nicht. Auf die ab Januar geltende vorläufige Haushaltsführung und auf die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, werde ich in einer späteren Amtsblattausgabe näher eingehen. Fest steht, dass uns in den kommenden Jahren weniger Geld zur Verfügung stehen wird. Die Vielfalt unserer freiwilligen Leistungen liegt mir sehr am Herzen, dennoch werden Einschnitte unvermeidlich sein. Seien Sie versichert, dass wir alles daran setzten werden, sie so moderat wie möglich ausfallen zu lassen.

Trotz klammer Kassen wurde in diesem Jahr viel gebaut: Seit dem 7. Juli hat das neue Bürgeramt, zentral in der Bürgermeister-Wagner-Straße gelegen, montags bis samstags für die Erfurter Bürgerinnen und Bürger geöffnet. Die neue Feuerwache in Erfurt Süd wird im kommenden Jahr eröffnet. Kitas wurden eingeweiht, wie das "Kin­derland am Zoo", Grundsteine wurden gelegt, bspw. für die "Strolche" und die "Mittel­häuser Spatzen". An mehreren Schulen wurden der Brandschutz verbessert und energetische Sanierungsarbeiten durchgeführt, die VHS bekam einen Aufzug. 

Auch im Bereich der Straßen und Brücken wurde investiert. Wenngleich in der Fahrbahn-Unterhaltung rund 280 Aufträge ausgeführt wurden ist anzumerken, dass es sich dabei, bedingt durch das geringe Budget, zumeist um nachhaltige Klein­maßnahmen im gesamten Verkehrsnetz handelt. Zu den großen Maßnahmen zählen die kürzlich frei gegebene Zooparkstraße, die Mittelhäuser Straße, deren 1. und 6. Bauabschnitt im September übergeben wurden, sowie die Komplexmaßnahme Anger, die im kommenden Jahr fortgeführt wird, genauso wie die Andreasstraße.  

Rollende Bagger bestimmen auch das Bild im Thüringer Zoopark Erfurt, dort wurde am 30. August der Grundstein für die Elefantenanlage gelegt. Überhaupt war das Jahr für den Zoopark sehr bewegend: Nach dem plötzlichen Tod von Giraffe Gunda im Januar, ist mit dem Zuzug von zwei Giraffendamen im August das Langhals-Trio wieder komplett. Attraktionen wie die Afrikasavanne und der Lemurenwald eröff­neten. Und Dank des Berberlöwenzuzugs können die Besucher hoffentlich bald Löwennachwuchs bestaunen.  

Nicht verschwiegen werden soll die Einführung der Umweltzone. Wenngleich wir uns eine andere Lösung, die umweltsensitive Verkehrssteuerung gewünscht hatten, ist seit dem 1. Oktober die grüne Plakette Pflicht. Ein anderes "grünes" Thema ist die Unterzeichnung der Buga-Verträge, in der die Rahmenbedingungen die Durch­führung der Buga 2021 geregelt sind. Ähnlich großes Potential für die Entwicklung der Stadt hat das Bahnhofsquartier ICE-City, das künftig entwickelt werden soll.  

Darüber hinaus gäbe es noch so vieles zu benennen: Das Lokale Bündnis "Stark für Familie – Stark für Erfurt" hat in diesem Jahr sein 5-jähriges Bestehen gefeiert, der Ausländerbeirat feierte sein 20-jähriges Bestehen, ebenso das Gewerbegebiet Güterverkehrszentrum und das Kinder-Medien-Festival Goldener Spatz. Die Erfurter Bahn wurde 100 Jahre alt und die Freiwillige Feuerwehr Erfurt blickt auf 150 Jahre zurück. Das kulturelle Jahresthema "Musik baut Brücken" war ein voller Erfolg, passend dazu ging der Kulturpreis der Landeshauptstadt an das Netzwerk Zughafen. Im Erfurter Stadt­museum eröffneten zwei neue Dauerausstellungen. Und im Juli haben wir den Tentativ-Antrag für die Unesco-Welterbeliste an das Thüringer Kultusminis­terium übergeben.  

Liebe Erfurterinnen und Erfurter, ich wünsche Ihnen, Ihren Familien, Freunden und Bekannten für das Jahr 2013 alles Gute, Gesundheit und viele schöne Momente.

Ihr

Andreas Bausewein