Gesicht zeigen am 1. Mai

27.04.2013 08:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter,

der 1. Mai ist ein Tag mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, die für ein tolerantes, buntes und weltoffenes Erfurt stehen. Den Auftakt bildet die traditionelle Biker-Ausfahrt auf dem Domplatz, die sich in diesem Jahr bereits zum 20. Mal jährt und ein Erlebnis sowohl für die Augen als auch für die Ohren ist.

Andreas Bausewein
Foto: Andreas Bausewein Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Erfurt Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Der Bürgertisch Demokratie widmet sich, ebenso wie die Universität Erfurt, unter anderem dem 80. Jahrestag der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten und die hiesigen Gewerkschaften thematisieren den 80. Jahrestag der Zerschlagung der Gewerkschaften – zwei wichtige Ereignisse, an die, insbesondere auch vor dem Hintergrund der Zunahme rechtsradikalen Gedankengutes, erinnert werden soll und muss.

Die alljährliche DGB-Kundgebung, die an mehreren Stellen der Erfurter Innenstadt Station macht, beginnt ab 10:00 Uhr vor der Thüringer Staatskanzlei. Um 10:30 Uhr ist Station am Erfurter Hauptbahnhof und ab 11:00 Uhr ist der DGB auf dem Anger präsent. Der Jugendverband der Naturfreunde wird am 1. Mai ebenso Gesicht zeigen wie die demokratischen Parteien und Vereine und Verbände wie der Stadtjugendring, der im Erfurter Stadtpark ein Kinder- und Familienfest veranstaltet oder auch das Thüringer Folklore Ensemble, das zum Maisprung auf dem Petersberg einlädt.

Am Mittwoch gaben die Mitglieder des Erfurter Stadtrat eine Erklärung ab in der es heißt: „Wir werden daher nicht schweigen, wenn Neonazis am 1. Mai in dieser Stadt demonstrieren wollen, sondern ihnen mit zahlreichen gewaltfreien Aktivitäten entgegentreten. Als Teil dieser Aktivitäten lädt der Erfurter Stadtrat zu einem öffentlichen Stadtratstreffen im Erfurter Stadtpark um 11 Uhr ein. Wir wollen an diesem Tag deutlich machen, dass wir uns in der Verteidigung der universellen Menschenrechte einig sind. Als Erfurter Stadtrat laden wir unsere Bürgerinnen und Bürger ein, sich an den Protesten zu beteiligen und die bunte Vielfalt unserer Stadt zu verteidigen.“ Dieser Aufforderung kann ich mich nur anschließen!

Erich Kästner, dessen Werke 1933 ebenfalls verbrannt wurden, sagte: „An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.“ In diesem Sinne würde ich mich freuen, wenn Sie, die Erfurterinnen und Erfurter, am 1. Mai möglichst zahlreich in der Innenstadt präsent sind und gemeinsam Gesicht zeigen für ein buntes und tolerantes Erfurt und gegen Rassismus, Menschenfeindlichkeit und Intoleranz! 

Ihr

Andreas Bausewein