Gedanken zum Jahreswechsel

23.12.2013 18:00

Liebe Erfurterinnen und Erfurter,

das Weihnachtsfest und das neue Jahr stehen ins Haus. Ich hoffe, Sie haben frohe wie besinnliche Weihnachtsfeiertage und können die freien Tage nutzen, ein wenig zu entspannen, sich Zeit für sich selbst zu nehmen aber auch Zeit mit Menschen zu verbringen, die Ihnen nahe stehen.

Andreas Bausewein
Foto: Andreas Bausewein Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Erfurt Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Die Tage um Weihnachten und Neujahr sind Tage, an denen viele von uns Rückschau halten. Und so lade ich Sie ein, gemeinsam mit mir aus städtischer Sicht auf das Jahr 2013 zurückzublicken: Dass Erfurt eine lebens- wie liebenswerte Stadt ist, ist weithin bekannt – und ich denke das ist einer der Hauptgründe dafür, dass unsere Stadt wächst. Vor allem junge Menschen von unter 34 Jahren ziehen in die Stadt. Aktuell zählt Erfurt mehr als 205.000 Landeshauptstädter, so viele wie seit 1997 nicht mehr. Ob als Kind oder Jugendlicher, als Azubi oder Student, als Berufseinsteiger, gefestigter Arbeitnehmer oder Rentner – in Erfurt lässt es sich einfach gut leben.

Elementar dafür ist die wirtschaftliche Entwicklung der Landeshauptstadt. Allein in diesem Jahr entstanden 1100 neue Arbeitsplätze in Erfurt. Neben vielen Ansied­lungen oder Standorterweiterungen mittelständischer Unternehmen – dem Rückgrat unserer Wirtschaft –, gehört der Buchlogistiker KNV zu den größten Ansiedlungen und wird im kommenden Jahre weitere rund 1000 Arbeitsplätze nach Erfurt bringen. Das macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar, die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 7,8 Prozent – dem niedrigsten Wert seit der Wende.

Auch wenn es paradox erscheint, haushalterisch geht es uns schlechter, als die wirtschaftliche Entwicklung vermuten lässt. Einen beschlossenen Haushalt hatten wir erst Mitte des Jahres, eine schwierige Zeit – sowohl für uns als Verwaltung als auch für viele Vereine und Verbände, die auf städtische Zuweisungen angewiesen sind. Wenngleich wir den Haushalt 2014 im vergangenen Stadtrat eingebracht haben, geht es uns finanziell nicht wesentlich besser. Zwar steigen die Einnahmen der Stadt, diesen stehen aber überproportional wachsende Ausgaben gegenüber, die insbeson­dere aus einer wachsenden Aufgabenfülle resultieren.

Trotz klammer Kassen wurde in diesem Jahr viel gebaut: So konnte die im Jahr 2011 begonnene Baumaßnahme am westlichen Anger erfolgreich abgeschlossen werden. Besonders prägend war aber die Komplexbaumaßnahme Schlösserbrücke, Schlösserstraße und Fischmarkt, die das Bild der Innenstadt vom 11. März bis zum 23. November prägte. Ich kann meinen Dank an die Erfurterinnen und Erfurter sowie die Geschäftstreibenden für ihr Verständnis und ihre Geduld nur wiederholen! Auch in Kitas wurde investiert, diesen Kurs werden wir weiter fortsetzen und nochmals verstärken, gleiches gilt für unsere Schulen.

Ein Objekt, in das wir investieren möchten und das uns seit geraumer Zeit beschäftigt, ist das marode Steigerwaldstadion. Im März wurde der Stadt durch das Thüringer Wirtschaftsministerium ein Fördermittelbescheid in Höhe von 29,37 Millionen Euro übergeben. Diese Gelder des Bundes und des Freistaates sollen, ergänzt um einen städtischen Anteil von 5,8 Millionen Euro, zum Umbau des Steigerwaldstadions in eine Multifunktionsarena investiert werden, die zugleich Sport- als auch Veranstaltungs- und Tagungsstätte ist. Mit der Arena würden wir nicht nur den Kongresstourismus stärken, wir würden dank sinkender Betriebskostenzuschüsse auch den städtischen Haushalt entlasten.

Während die Bagger hier noch etwas auf sich warten lassen, Baubeginn soll im Spätsommer 2014 sein, rollen Sie im Zoopark Erfurt seit rund anderthalb Jahren. Auf dem Gelände der ehemaligen Shire-Pferdekoppel und einem Waldstück, entsteht für rund 8 Millionen Euro eine der modernsten Elefantenanlagen Europas. Eigentlich sollten dort im kommenden Sommer die Elefantendamen Safari, Chupa und Akili einziehen, um dort als Familienverband mit ihrem Nachwuchs leben zu können. Der tragische Tod Akilis trübt die Vorfreude auf die neue Anlage und ich hoffe, dass man die Ursachen für ihren und den Tod Serongas, die den Zoo im Oktober gen Frankreich verließ, bald aufklären wird.

Wenn ich das Jahr Revue passieren lasse ist mir auch die Flut Ende Mai Anfang Juni noch stark im Gedächtnis. Alles in allem muss man sagen, dass die Landes­hauptstadt im Vergleich zu anderen Gegenden großes Glück gehabt hat. Auch hier möchte ich meinen Dank an die vielen Helfer wiederholen, die die Deiche gesichert haben, die direkt vor Ort oder auch im Hintergrund mitgewirkt haben, dass allen Betroffenen schnell geholfen werden konnte und Erfurt so glimpflich davon kam.

Es gäbe noch so vieles zu nennen. Einen filmischen Jahresrückblick wird es Mitte Januar geben, ein kleiner Rückblick in Bildern folgt im kommenden Amtsblatt am 31. Dezember. Ich freue mich, dass wir seit diesem Jahr Tatort-Stadt sind. Die Eröffnung der Feuerwache II ist mir in Erinnerung geblieben, ebenso das internationale Folklorefestival Danetzare, die Einweihung der neunten und vorerst letzten DenkNadel, das 15-jährige Bestehen der Erfurter Kinderbuchtage, der 100-jährige Jubiläum des Erfurter Entwässerungsbetriebes oder auch das 150-jährige Bestehen des Erfurter Geschichtsvereins. Mit Mainz und Lille feierten wir 25-jähriges Städtepartnerschaftsjubiläum und mit Shawnee 20-jähriges. Außerdem besuchten zahlreiche Botschafter die Landeshauptstadt und werden ganz sicher für unsere schöne Stadt werben, die, – das hätte ich fast vergessen – seit März mit einer neuen, barrierefreien Internetpräsenz über Erfurt informiert.

Liebe Erfurterinnen und Erfurter, so bleibt mir nur noch zu wünschen, dass Sie gut ins neue Jahr starten. Ich wünsche Ihnen, Ihren Familien, Freunden und Bekannten für das Jahr 2014 alles Gute, Gesundheit und viele schöne Momente. 

Ihr

Andreas Bausewein