Gedanken zum Jahreswechsel von Oberbürgermeister Andreas Bausewein

30.12.2017 09:00

Ich wünsche Ihnen einen guten Start ins neue Jahr, immer wieder schöne Augenblicke in unserer herrlichen Stadt und vor allem ein erfülltes, glückliches Jahr 2018 bei ganz viel Gesundheit!

Liebe Erfurterinnen und Erfurter,

wären Sie gerne mal einen Tag OB unserer Stadt? Es ist, ohne Frage ein interessanter Job und das in der schönsten Stadt der Welt. Es ist ein Beruf, der Berufung ist. Der allerdings auch manche Nerven kostet …

Ich kann Ihnen versprechen, dass ihr Tag als OB ungemein spannend wäre. Denn es vergehen keine 24 Stunden, in denen nicht etwas geschieht, das diese Stadt voranbringt.

Erfurt brummt. Erfurt wächst und wird dabei immer schöner. Menschen, die uns zum ersten Mal besuchen, verlieben sich meist innerhalb weniger Augenblicke in unsere Stadt. Liebe auf den ersten Blick, nennt man so etwas – das passiert nicht so oft. So bunt, so grün, so lebendig, voller Geschichte und doch so jung und das Ganze noch mitten in Deutschland – das können nur wir.

„Ich denke niemals an die Zukunft, sie kommt früh genug.“ Das hat Albert Einstein einmal gesagt. Ich muss gestehen – ich denke eigentlich ziemlich oft an die Zukunft, zumindest, was unsere Stadt angeht. Denn Zukunft bedeutet nicht nur Neues, sie bedeutet auch bewahren. Sie bedeutet Chance und Wagnis.

Den richtigen Weg im Sinne der Stadt zu finden, Chancen und Risiken abzuwiegen, das sind wichtige Aufgaben eines Oberbürgermeisters. Ich finde, wir haben 2017 vieles richtig gemacht. Wir haben gemeinsam viel bewegt. Wir haben Chancen genutzt, wir haben Risiken minimiert. Wir haben auch Fehler gemacht, aber wir haben aus diesen gelernt.

Ich bin stolz auf unsere Stadt. Auf ihre Menschen. Ich freue mich auf die Zukunft, denn kaum eine andere Stadt in Deutschland hat so glänzende Aussichten wie Erfurt. Unsere Wirtschaft wächst, wir sind gut aufgestellt. Die Arbeitslosigkeit sinkt seit Jahren, sie hat einen historischen Tiefstwert erreicht. Das fertig gestellte ICE-Kreuz bedeutet, dass immer mehr Menschen ihren Blick auf Erfurt richten, es bedeutet, dass unsere Stadt auch im Tourismus weiter wachsen wird.

Wir haben 2017 die nächsten Weichen für die Buga 2021 gestellt, wir bauen in der Nördlichen Geraaue den größten Landschaftspark Thüringens, mehr als 70.000 Erfurter haben ihn dann direkt vor ihrer Haustür – welche Stadt kann das von sich behaupten? Und dann noch Danakil, das einzigartige Klimazonenhaus im Egapark, das ebenfalls zur Buga fertig wird.

Wir planen mit der ICE-City-Ost einen neuen Stadtteil, mehrere tausend Wohnungen werden neu gebaut. Wir verlieren dabei aber nicht den Blick auf unsere Umwelt. Wir sind eine Großstadt mit viel dörflicher Gemeinschaft in unseren eingemeindeten Ortsteilen, wir lieben buntes Treiben aber auch die Stille – und Erfurt bietet beides.

Ich weiß, dass uns viele Menschen um unsere Stadt beneiden. Wenn sie über den Anger schlendern, über die neue Rathausbrücke, wenn sie ihre Seele hinter der Krämerbrücke baumeln lassen, dort, wo wunderschöne Plätze zum Verweilen entstanden sind.

Viele Besucher unserer Stadt staunen, wenn sie unsere mittelalterliche Altstadt erkunden – so viel Geschichte so herrlich saniert, damit haben die wenigsten gerechnet. Doch unsere Geschichte lähmt uns nicht, wir sind kein Museum und keine Puppenstube, im Gegenteil – in unserer Stadt pulsiert so viel junges Leben, so viel Zukunft. Erfurt lebt und wie!

Manche Besucher unserer Stadt fragen mich, warum es manche Erfurter gibt, die so kritisch mit ihrer Stadt umgehen – wo Erfurt doch so viel zu bieten hat. „Eure Probleme hätten wir gerne", sagen viele. Ich weiß darauf keine geeignete Antwort – ich glaube, sie haben Recht.

Sicher, es gibt Dinge, die müssen wir noch erledigen. Die müssen wir besser machen. Zu Ende bringen. Wie die Westtribüne zum Beispiel oder die Sanierung der Freibäder, den Bau eines dritten Hallenbades. Wir müssen 450 Millionen Euro in die Hand nehmen, um in den nächsten zehn Jahren unsere Schulen zu sanieren – obwohl wir auch hier schon jetzt kräftig bauen.

Wir haben in unsere Kitas investiert, in Straßen und Brücken. Wir haben so viele Baustellen in der Stadt, dass wir Probleme haben, genügend qualifizierte Baufirmen zu finden.

Es gibt viel zu tun, ohne Frage. Wir müssen Wohnraum für alle schaffen, dringend. Wir müssen unsere Straßen weiter sanieren, wir müssen dafür sorgen, dass die Radfahrer als die Schwächsten im Straßenverkehr nicht unter die Räder kommen. Wir müssen den öffentlichen Nahverkehr weiter ausbauen und darauf achten, dass er bezahlbar bleibt. Wir brauchen Parkraum für alle Erfurter und genügend Park+Ride Parkplätze am Stadtrand für die, die in unserer Stadt arbeiten.

Erfurt ist auf dem richtigen Weg, da bin ich mir sicher. Das ist auch bei der Kultur so, wo unser Theater ein Leuchtturm in der Kulturlandschaft ist, wo aber auch unsere Museen, der Zughafen und zahlreiche private Initiativen für kulturelle Vielfalt sorgen. Ich weiß, dass alle unsere Unterstützung brauchen, und ich verspreche, das nicht aus den Augen zu verlieren.

Das gilt auch für den Sport, der in unserer Stadt so vielfältig aufgestellt ist. Wir müssen Traditionsvereinen helfen, ohne Frage – wir müssen aber auch weniger populäre Sportarten unterstützen. Und das geht nur gemeinsam, das werden wir schaffen!

Liebe Erfurterinnen und Erfurter, die Fotos, die diesen Beitrag umrahmen, sollen Sie an ein paar schöne Augenblicke das Jahres 2017 in Erfurt erinnern. Nehmen Sie sich die Zeit und lassen Sie das Jahr Revue passieren. Es lohnt sich.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start ins neue Jahr, immer wieder schöne Augenblicke in unserer herrlichen Stadt und vor allem ein erfülltes, glückliches Jahr 2018 bei ganz viel Gesundheit!

Andreas Bausewein