Turmsanierung Barfüßerkirche

06.01.2006 00:00

Die Barfüßerkirche befindet sich seit 1977 im Eigentum der Stadt Erfurt. Infolge jahrzehntelangen Reparaturstaus waren am Turm gravierende Mängel aufgetreten, die zur Gefährdung des öffentlichen Verkehrsraumes sowie des Schulhofbereichs im Umfeld der Barfüßerkirche führten. Vielfältige Steinabsprengungen und Zerstörungen im Mauergefüge traten unkontrolliert auf, weshalb als Notsicherung 1998 der Turmbereich mit einem kleinmaschigen Stahlnetz umhüllt wurde. Bereits 1995 wurde ein Maßnahmekatalog für Sicherungs-, Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten der gesamten Barfüßerkirche erstellt. Wegen fehlender Finanzierungsmittel in ausreichender Höhe zur Durchführung wirtschaftlich sinnvoller Reparaturabschnitte wurden Arbeiten am Turm immer wieder verschoben.
Im Jahr 2002 konnte eine qualifizierte Kostenermittlung für alle Schadstellen an den Außenflächen des Turms im Oktogonbereich sowie im darunter liegenden Turmquadrat vorgenommen werden. Die ermittelte Summe war jedoch von der Stadt seinerzeit auch nicht ansatzweise zu erbringen, so dass ein weiterer Aufschub der Arbeiten erfolgte. Erst im Jahr 2005 wurde durch Bewilligung von Denkmalmitteln des Landesamtes für Denkmalpflege in größerer Höhe (70 Tausend Euro) sowie weiterer Zuschüsse aus Städtebaufördermitteln und Eigenmitteln der Stadt Erfurt ermöglicht, den oberen Turmbereich einer grundhaften Instandsetzung zu unterziehen.
Der Oktogonbereich konnte vollständig restauriert werden und erhielt seine ehemalige Bekrönung in Form von acht Fialtürmchen zurück. Gleichzeitig erfolgte eine solide und dauerhafte Bleiabdeckung des Turmdaches. Die acht spitzbogigen Turmwandöffnungen erhielten dünn-saitige Vogelschutzgitter zur dauerhaften Fernhaltung lästiger Taubenkolonien.
Die größeren drei Fialtürme des Mittelgeschosses befinden sich zur Zeit noch in der Restaurierungswerkstatt der ausführenden Firma und werden voraussichtlich noch im 1. Quartal 2006 wieder ihren angestammten Platz einnehmen, die Finanzierung dieser Arbeiten ist im bisherigen Auftrag bereits inbegriffen.
Die vorhandenen Restmittel erlauben im Jahr 2006 den Abschluss aller angedachten Arbeiten am Turmbereich und sichern seinen Bestand für die nächsten Jahrzehnte. In den nächsten Jahren sind weitere Sanierungsarbeiten am Mauerwerk der Ruinenteile und insbesondere des Chores geplant.

Zum Abschluss der aufwändigen Instandsetzungsarbeiten sind Zuschussgeber, Baufirmen und örtliche Presse zu einem Turmfest am 9. Januar um 10 Uhr eingeladen.