Informationen zur Klassischen Geflügelpest

17.02.2006 00:00

Als Konsequenz aus dem generell erhöhten Risiko der Einschleppung des Vogelgrippevirus vom Virustyp H5 N1 durch Zugvögel aus Südeuropa und Afrika hat das Bundesministerium Landwirtschaftsministerium mit einer zunächst bis 30. April diesen Jahres gültigen Eilverordnung die bundesweite Aufstallung von Geflügel angeordnet. Die Verordnung sieht neben dieser Aufstallpflicht weiterhin vor, dass Geflügelveranstaltungen und -märkte generell verboten sind. Ausnahmen sind möglich aber lediglich auf lokale Veranstaltungen beschränkt. Diese sollen ausschließlich in geschlossenen Räumlichkeiten stattfinden. Die Tiere müssen vor einer solchen Veranstaltung klinisch untersucht werden. Alle Bestimmungen der Verordnung müssen unbedingt und konsequent eingehalten werden. Mitarbeiter der Stadtverwaltung werden dies überprüfen.

Der genaue Text der Verordnung wird im Amtsblatt der Stadt Erfurt veröffentlicht und kann zusammen mit weiteren aktuellen Informationen zum Thema unter http://www.verbraucherministerium.de/ im Internet abgerufen werden.

Auch nach dem Nachweis des Vogelgrippevirus des Virustyps H5 N1 bei zwei Schwänen und einem Habicht auf der Insel Rügen bestehen insbesondere für Erfurt und den gesamten Thüringer Raum zur Zeit keinerlei Anhaltspunkte für eine Verbreitung des Geflügelpestvirus bei Wildvögeln. Eine hohe Wachsamkeit ist jedoch geboten. Die Bevölkerung ist daher aufgerufen, die Stadtverwaltung Erfurt bei der Überwachung der Wildvogelpopulation zu unterstützen und das Auffinden verendeter Tiere umgehend unter genauer Bezeichnung der Anzahl, der genauen Lage sowie - wenn möglich - der Art zu melden. Von besonderer Bedeutung ist dabei das Auftreten einer Vielzahl von toten Wildvögeln an einer bestimmten Stelle.

Verendete Vögel sollten - dies gilt als unabhängig von der Geflügelpest immer erforderliche Verhaltensmaßregel - grundsätzlich nicht mit bloßen Händen angefasst werden.

Weiterhin ist das unwissentliche oder fahrlässige Einschleppen des Virus durch Reisende als eine Hauptgefährdungsquelle für die Einschleppung des Vogelgrippevirus zu werten. Reisende in und aus ostasiatischen und westafrikanischen Länder sowie der Türkei sind aufgefordert,

  • direkte Tierkontakte zu vermeiden,
  • keine Geflügelmärkte zu besuchen,
  • Geflügelfleisch und Geflügelprodukte nur in gekochtem oder durchgebratenem Zustand zu verzehren.
  • Reisenden ist es verboten, aus betroffenen Ländern Geflügel, Geflügelfleisch, Eier, Federn und andere Produkte vom Geflügel sowie unbehandelte Jagdtrophäen in die EU einzuführen.

Der Zoll wird hier verstärkte Kontrollen durchführen. Das Auswärtige Amt informiert über seine Homepage mit ständig aktualisierten Reisehinweisen.

Ansprechpartner für Fragen zur Vogelgrippe bei Tieren und Anlaufstelle für Meldungen zu toten Vögeln ist während der Dienstzeiten das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt der Stadt Erfurt, Tel. 0361 59640. Außerhalb der Dienstzeiten ist der Dienst habende Amtstierarzt über die Rettungsleitstelle Erfurt, Tel. 0361 7415100 zu erreichen.