Hommage á Kurt Kunert - Konzert zum 95. Geburtstag und 10. Todestag

15.08.2006 00:00

Als am 14. August 1996 der verdienstvolle Erfurter Komponist, Dozent und Flötist Kurt Kunert verstarb, vollendete sich sein Leben im Dienste der Musik. Kurt Kunerts Schaffen erlangte weit über Thüringen hinaus nationale und internationale Bedeutung.

Der am 12. Juli 1911 in Stettin geborene Künstler absolvierte das Landeskonservatorium Leipzig und wurde 1935 als Soloflötist an die Städtischen Bühnen Erfurt berufen. Neben seinem Dienst im Orchester widmete sich der vielseitige Musiker schon bald der Nachwuchsausbildung: an der Deutschen Hochschule für Musik in Berlin als Dozent für Flöte, Kontrapunkt und Formenlehre, sowie als zeitweiliger stellvertretender Direktor des Erfurter Konservatoriums.
1950 - 1953 lehrte er an der Deutschen Hochschule für Musik in Berlin als Dozent für Flöte und Kammermusik. In diesen Fächern hat er 1953 - 1958 am Weimarer Konservatorium unterrichtet.
Kunert trat im Vorstand der Erfurter Orchesters stets als außerordentlich markante Persönlichkeit auf und engagierte sich im Komponistenverband streitbar für die Popularisierung neuer Musik. Seine große Liebe galt von Anfang an der Kammermusik. So gründete er 1937 zunächst das Erfurter Bläserquintett und 1946 die Erfurter Kammermusikvereinigung, mit der der 1955 zum Kammervirtuosen ernannte Musiker später den Kulturpreis der Stadt Erfurt verliehen bekam.

Jahrzehntelang prägte Kunert nachhaltig das Erfurter und Thüringer Konzertleben. Über 40 Jahre organisierte der unermüdliche Künstler mit Vehemenz die Matineen im Angermuseum. Bei dieser Kammermusikreihe setzte er sich in Personalunion als Interpret, Dramaturg und Manager nicht nur für Werke aus seiner Feder, sondern mit gleicher Selbstverständlichkeit für das Thüringer zeitgenössische Tonschaffen ein. Außerdem integrierte er in die Programme Stücke ausländischer Komponisten, um sie dem Erfurter Publikum vorzustellen. Zahllose Ur- und Erstaufführungen neuer Musik sind seinem persönlichen Einsatz zu verdanken.
Kurt Kunert besaß die Gabe, seine Stammhörer für moderne Musik zu sensibilisieren, wobei er oft auch musikalisch-literarische Programme spartenübergreifend zusammenstellte.

Da er als Mann der Praxis stets instrumentengerecht schrieb, griffen Kammermusikensembles gern auf seine Werke zurück. Heute bemüht sich der Musica rara e.V. in seinem Zyklus "musica nova", zumindest punktuell das Andenken und Vermächtnis Kurt Kunerts wachzuhalten. Kurt Kunert widmete sich sowohl dem kammermusikalischen Genre als auch der sinfonischen Musik. Den Mittelpunkt seines Schaffens bilden die auf das eigene Ensemble zugeschnittenen Bläserquintette. Neben Stücken für diverse Besetzungen schuf Kunert melodramatische Kompositionen, die er gemeinsam mit seiner Gattin, der Schauspielerin Iris Renner und Kollegen aus Erfurt und Weimar zur Aufführung brachte.

Durch Kunstwerke des Angermuseums inspiriert, ist die Suite für 5 Bläser ( 1959), der Auftakt der Hommage am Sonntag, dem 20. August, 11:15 Uhr, Rathausfestsaal Erfurt. Des weiteren erklingen die Sonate für Klarinette und Fagott ( 1953) und das Divertimento Nr. 2, das zu Kunerts Lebzeiten sehr populär war. Es musiziert das Musica-rara-Bläserquintett (Erfurt). Worte der Erinnerung spricht Hans-Jürgen Thiers.

Die Veranstalter - die Kulturdirektion der Landeshauptstadt sowie der Musica rara e.V. - laden alle Erfurter Musikfreunde herzlich ein.
Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro.