"1 000 fröhliche Hyänen" erobern den Krönbacken

29.09.2006 00:00

Ausstellung: 07.10.-05.11.2006 Krönbacken/Vorderhaus: "1 000 fröhliche Hyänen"
Ina Hermann und Katharina Häfner, Malerei und Grafik
Vernissage: 07.10., 19:00 Uhr
Pressegespräch: 05.10., 11:00 Uhr

Die Hyäne; ein ungeliebtes Tier? Warum eigentlich? Frisst Aas, das ist unmoralisch!

Die Künstlerinnen Katharina Häfner und Ina Hermann sind diesem Phänomen nachgegangen.

Ina Hermann will den Betrachtern ihrer Bilder mit Witz und liebevoller Ironie die Hyänen in uns Menschen zeigen, sie ein wenig an der Leine durch die Vorderräume des Kulturhofes zum Güldenen Krönbacken führen. Tausend sind es zwar nicht geworden, aber Hand auf`s Herz: Kennen Sie nicht mindestens fünf davon in sich selbst? (Allein innerfamiliär potenziert sich das!)

Und die müssen sich nicht alle im Krönbacken tummeln!

Ina Hermann zog dafür die Texte des Sebastian Brant aus "Das Narrenschiff" zu Rate. Und siehe: Auch schon im 15. Jahrhundert hoben die Hüter der Moral, in diesem Falle die Humanisten, erstmals in deutscher Sprache übrigens, den mahnenden Zeigefinger wider Menschlich-Hyänisches - also die "Schlechtigkeit" – etwa mit Texten wie:

"Kurz schändlich und beschnitten Röck,
dass einer kaum den Nabel deck.
Pfui - Schand der deutschen Nation!
Was die Natur verdeckt hat schon,
das man entblößt jetzt geht!
Deshalb übel steht!"

Zu sehen sind großformatige, sparsam kolorierte Zeichnungen auf Folie mit Texten.

Die Arbeiten von Katharina Häfner sind größtenteils expressiv farbige, in Schabloniertechnik gesprühte Bilder. 1  000 fröhliche Hyänen sind ihr Sinnbild für Hunger, Gier, Ausbeutung, Abscheu, Erbrechen und Erlösung. In unserer Sehnsucht und Suche nach neuen Menschenbildern  erfinden wir bestenfalls neue Mythen. "Narkotisierte Nomaden mit Heimweh", "Neugier auf der Flucht" und "Meine schwarze Seele" sind Titel gezeigter Arbeiten.

Und: Keine Angst vor großen Tieren!