"Das Helle und das Dunkle in der Konkreten Kunst": Kolloquium und Ausstellung im Forum Konkrete Kunst

19.08.2008 00:00

Auch in diesem Jahr lädt das Forum Konkrete Kunst wieder zu einem Theoriekolloquium mit internationaler Beteiligung ein, begleitet von einer thematisch gleichen Ausstellung.

Das Kolloquium findet am 21. und 22. August jeweils zwischen 10 und 16 bzw. 17 Uhr in den Tagungsräumen des Augustinerklosters statt.   Die Ausstellung, die am 21. August um 18 Uhr in der Peterskirche – im Forum Konkrete Kunst – eröffnet wird, läuft vom 21.08 – 19.10.2008 und ist mittwochs bis sonntags von 10 – 18 Uhr geöffnet. Zur Eröffnung spricht Prof. Eugen Gomringer vom Institut für Konstruktive Kunst und Konkreten Poesie Rehau.
An der Ausstellung beteiligt sind 15 Künstler aus Österreich, Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Es sind:

Antonio Calderara/ I - John Carter/ GB – Waltraud Cooper/ A – Ralph Eck/ D – Leo Erb/ D – Rosa M Hessling/ D – Karl-Martin Holzhäuser/ D – Raimer Jochims/ D - Sascha Langer/ D - Tom Mosley/ GB/ D – Claude Pasquer/ F – Helga Philipp/ A - Wolfgang Ritter/ D – Alan Reynolds/ GB – Peter Weber/ D
Die Werke kommen sowohl von den Künstler selbst, von der Galerie Wack in Kaiserslautern, von Nachlassverwaltern bereits verstorbener Künstler und dem Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt. Die Veranstaltung ist öffentlich für alle an Kunst oder speziell Konkreter Kunst interessierten Gäste.
Zur Veranstaltung
"Wann findet in diesem Jahr das Kolloquium statt?" Diese Frage kommt von Interessierten an dieser nun schon traditionellen Veranstaltung bereits seit Anfang des Jahres. Man plant seine Vorhaben und möchte in Erfurt dabei sein. Die Gäste kommen von dem gesamten deutschsprachigen Raum und zum Teil auch weiteren Ländern.

Das Forum Konkrete Kunst lädt bereits zum 15. Theoriekolloquium zu Frage und Entwicklungstendenzen der Konkreten Kunst ein und hat sich auf diesem spezifischen Gebiet einen überregional anerkannten Namen erarbeitet. Die Ergebnisse dieser Treffen sowie der dazu parallel laufenden Ausstellungen werden jeweils in einem Heft der Schriftenreihe dokumentiert, bilden damit einen Fundus, auf den man zurückgreifen kann. Prominente Namen von Referenten und Künstlern finden sich darin als Teilnehmer der unterschiedlichen Veranstaltungen. Die Beiträge begrenzen sich nicht ausschließlich auf kunstwissenschaftliche Betrachtungen. Auch fachübergreifende Referate aus Naturwissenschaft und Philosophie tragen zum Nachdenken und Diskutieren bei, geben gerade durch ihre andere Herangehensweise Anstöße zu neuen Überlegungen oder gar neuen künstlerischen Konzepten. Bereichernd, oft auch erfrischend sind die Statements und Diskussionsbeiträge von Künstlern selber, die ganz neue, überraschende Sichtweisen eröffnen.
Im Wechsel werden Themen zu allgemeinen Problemen und zu künstlerisch-gestalterischen Fragen zur Diskussion gestellt. Hatte man sich im Jahr 2007 mit dem "Dialog der Generationen" befasst, so geht es in diesem Jahr um das Thema "Das Helle und das Dunkle" , dies aber ganz im Sinne der Konkreten Kunst, die nichts abbildet von außerhalb des Kunstwerkes, sondern die Gestaltungselemente selbst thematisiert auf dem Hintergrund allgemeiner Überlegungen und Erkenntnisse.

Bei der Wahl der Referenten und Künstler für Kolloquium und Ausstellungen wurden konzeptionelle Gedanken zugrunde gelegt, von denen einige genannt werden sollen: "Das Helle und das Dunkle - beide Phänomene sind wichtige Aspekte in unserem Leben: Tag und Nacht - Licht und Schatten. Wir Menschen sind tagaktiv, im hellen Licht erscheint uns die Umwelt heiter und harmonisch - im Dunklen bekommt alles Erleben einen besonderen Anstrich: festlich, leidenschaftlich, erregend, beängstigend usw. Farben, die in dunkler Umgebung punktuell beleuchtet werden, wirken glutvoll oder auch kalt, je nach Art des Lichtes. Farben überhaupt werden erst durch das Licht erweckt. Bei der Beurteilung aber, welche Farben hell, welche dunkel gesehen werden, gibt es Einflüsse der individuellen Empfindung, gibt es Übergänge, die an Situationen oder Farbnachbarschaften gebunden sind.

Das Dunkle - untrennbar gebunden an das Licht - brauchen wir zur Strukturierung der Zeit und zur Orientierung im Raum, denn ohne Schattenkanten können wir keinen Raum und keinen Körper in seiner Ausdehnung sehen. … Interessant ist auch die relative Wahrnehmung der Grauwerte von Farben, die mit der Erinnerung an Gegenstände zusammenhängen und uns einen weißen Körper auch dann noch als weiß erkennen lassen, wenn er laut Lichtmessung dunkler ist als ein grauer oder gar schwarzer Körper, der im Licht steht. Auch bei der Fotografie, wörtlich der Lichtzeichnung, greifen beide Phänomene ineinander: das helle Licht dokumentiert sich als dunkle Linie, als dunkle Fläche."
Durch Förderung und Unterstützung des Thüringer Kultusministerium, der Sparkassenstiftung Erfurt, der Kulturdirektion Erfurt, der Müller-Weingarten AG Erfurt, privater Spenden sowie dem freundlichen Entgegenkommen der Tagungsstätte des Augustinerklosters können die Organisatoren Kolloquium und Ausstellung auch in diesem Jahr durchführen. Dafür wird herzlich gedankt.
Fototermin: 20. August 2008, 11 Uhr im Forum Konkrete Kunst