Gudrun Wiesmann - Konkrete Fotografie, in der Ausstellungsreihe "dazwischen" im Forum Konkrete Kunst

04.08.2009 10:13

In der Ausstellungsreihe "dazwischen" zeigt das Forum Konkrete Kunst Erfurt vom 9. August bis 27. September 2009 eine Ausstellung mit Konkreter Fotografie von der Erfurter Künstlerin Gudrun Wiesmann.

Die Eröffnung ist am 9. September um 11 Uhr in der Peterskirche auf dem Petersberg. Nach einer kurzen Einführung führt die Projektleiterin Heidi Bierwisch   mit der Künstlerin ein Gespräch. Zugängig ist die Ausstellung zu den üblichen Öffnungszeiten von Mittwoch bis Sonntag 10 - 18 Uhr.
Gudrun Wiesmann - 1951 in Delitzsch geboren - studierte in Weimar Architektur und war bis 2000 als Architektin tätig. Nebenher absolvierte sie verschiedentliche Ausbildungen für Malerei, Grafik und Multimedia-Gestaltung. Vor allem aber galt ihr Interesse stets der Fotografie, für die sie eine besondere Begabung zeigte. Sehr bald schon war es die mit künstlerischem Blick und konzeptueller Absicht ausgewählte Fotografie. Ihre sogenannten "Architekturfotos" dokumentierten nicht Bauwerke oder Details aus ihnen im klassischen Sinn, sondern zeigten Licht- und Schattensituationen bei Fenstern, Treppen und Raumfolgen auf, das Spiel von Hell und Dunkel sowie die feinen Grautöne dazwischen. Die Arbeiten können am ehesten der abstrakten Fotografie zugeordnet werden. Diese und ähnliche Arbeiten zeigte Gudrun Wiesmann bereits 2004 in einer Ausstellung im Kulturforum Haus Dacheröden.
Angeregt durch Veröffentlichungen von Gottfried Jäger - einem bedeutenden Vertreter der Konkreten Fotografie - sowie einer Ausstellung mit Fotos von Franz Linschinger hier im Forum Konkrete Kunst - nahm sie 2006 an dem Gmundner Symposium von Josef Linschinger teil, das sich ausschließlich der Konkreten Fotografie widmete. Innerhalb des an sich sehr anregenden, für die Künstlerin interessanten Programms hinterließ die persönlich Begegnung mit Pierre Cordier, dem Erfinder der Chimigramme, einen besonders nachhaltigen Eindruck, gab ihr Anregung, sich aufs Neue mit dieser Technik zu beschäftigen, die sie hin und wider bereits seit 10 Jahren anwandte. Sie spürte immer stärker, dass ihr nicht nur am Fotografieren selbst liege, sondern die Arbeit im Labor für sie reizvoll ist, die Einflussnahme auf das Foto. So näherte sie sich der Konkreten Fotografie. Sie selbst schrieb die bezeichnenden Worte:

"zwischen Schwarz und Weiß
zwischen Licht und Schatten
zwischen Lärm und Stille
suche ich nach meiner Wahrheit
und hoffe
sie nicht so schnell zu finden"
Durch Kontakte während des Gmundner Symposiums ergab sich 2007 eine Einzelausstellung in der Fotogalerie Spectrum in Linz/ Oberösterreich, wo auch eine Arbeit vom Landesmuseum erworben wurde. Gudrun Wiesmann befindet sich jedoch noch auf einem experimentellen Weg der Erkundung ihrer künstlerischen Möglichkeiten, legt sich nicht auf ein Feld fest, weder bei der Fotografie noch in der künstlerischen Äußerung allgemein. So widmet sie sich ebenso der Malerei, Grafik und auch der Email-Technik und der Schmuckgestaltung, nutzt die Möglichkeiten des Erfahrungsaustausches bei Symposien.
In unserer Ausstellung konzentrieren wir uns entsprechend des Konzeptes des Hauses auf die Konkrete Fotografie von Gudrun Wiesmann und zeigen Arbeiten aus zwei Themengruppen: Chimigramme und Fotogramme. Zusätzlich liegt eine Mappe aus, in der weitere Arbeiten - auch aus dem Bereich der abstrakten Fotografie - zu sehen sind. Auch diese Arbeiten zeigen - wie bereits die abstrakten "Architekturfotos" das sanfte Spiel von Hell und Dunkel, die Übergänge in Grauvariationen, das Experiment mit dem Material, das Nachspüren von Bewegung - einem Thema, dem sich die Künstlerin in Zukunft verstärkt zuwenden möchte.

Beim Gespräch in der Galerie anlässlich der Eröffnung haben die Besucher die Möglichkeit, Fragen zu den vielleicht noch nicht so weithin bekannten Techniken zu stellen, sowie dem Reiz, die sie aus künstlerischer Sicht ausüben.