Judenhass! Luther im Kontext judenfeindlicher Einstellungen: Eröffnung einer Sonderausstellung in der Kleinen Synagoge Erfurt

11.02.2011 14:00

Am Donnerstag, den 3. März 2011 wird um 19:00 Uhr die Ausstellung "Das hat es bei uns nicht gegeben! Antisemitismus in der DDR" eröffnet. Um 19:30 Uhr findet das erste Impulsreferat zum Thema "Judenhass! Luther im Kontext judenfeindlicher Einstellungen" statt. Die Ausstellung wird bis Ende März in der Begegnungsstätte Kleinen Synagoge zu sehen sein (Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag, 11:00 bis 18:00 Uhr, freier Eintritt).

Der junge Martin Luther glaubte, Juden zum Christentum bekehren zu müssen. Unverhohlenen Judenhass drücken die Pamphlete des gealterten Refor­mators aus, welche die jüdischen Bevölkerungsgruppen unsäglich attackierten und ideologisch entrechteten. Dies haben andere vor und nach ihm befestigt und bis in die Gegenwart fortgesetzt. Es hilft wenig, Luther als Judenhasser seiner Zeit an den Pranger zu stellen. Stattdessen ist diese herausragende Persönlichkeit in einem historischen Kontext zu sehen, dessen antijüdischer Anteil eine verheerende Wirkungsgeschichte hat.
Die Vortragsreihe "Judenhass!" besteht aus sieben Impulsvorträgen an sieben Abenden, welche die Interessierten mit namhaften Fachleuten ins Gespräch bringen. Am 3. März 2011 spricht Dr. Gerhard Begrich (Berlin) zum Thema "Luthers Sündenfall". Weitere Vorträge zum Thema Antijudaismus in Luthers Zeit, Nationalsozialismus, Antisemitismus während der DDR sowie antisemitische Einstellungen heute schließen sich im Laufe des Märzes an. Im Rahmen eines Medienprojekts , das wichtige Mitschnitte aus den Impulsvorträgen wiedergibt, wird   die Vortragsreihe für den Besucher anschließend zugänglich gemacht. Begleitend zeigt die Kleine Synagoge die Ausstellung "‚Das hat‘s bei uns nicht gegeben‘ - Antisemitismus in der DDR".
Das Projekt "Judenhass!" wurde von Ines Beese, der Leiterin der Alten und Kleinen Synagoge sowie Dr. Aribert Rothe, Leiter der Evangelischen Stadtakademie Meister Eckhart Erfurt konzipiert, organisiert und durchgeführt. Beide stehen im Rahmen der Pressekonferenz für Fragen zur Verfügung.