Vierzehn Jahre Ökoprofit in Erfurt – 30 Unternehmen erhalten die Auszeichnung zum Erfurter Ökoprofit-Betrieb 2014

10.11.2014 18:00

Ökoprofit ist das Agenda-21-Projekt, mit dem nun 125 Erfurter Betriebe und die Stadtverwaltung gemeinsam zeigen, was zukunftsfähiges und nachhaltiges Wirtschaften in Kooperation bringen kann. Ökoprofit ist ein betriebliches Umweltvorsorgeprogramm, das die Einsparung von Betriebskosten mit einer Verbesserung der Umweltbedingungen verbindet und somit ökologische und ökonomische Folgekosten für die Zukunft reduziert.

Heute werden 30 Unternehmen ausgezeichnet, um 18:00 Uhr im Sparkassen-Finanzzentrum.

Den Beweis, dass Ökonomie und Ökologie in Erfurt kein Gegensatz sein müssen, haben die 30 Unternehmen bereits zum wiederholten Mal erbracht. Im vergangenen Jahr haben große und kleine, öffentliche und private Erfurter Unternehmen unterschiedlichster Geschäftsfelder am Ökoprofit als Kooperationsprojekt zwischen Wirtschaft und Kommune erfolgreich teilgenommen: Vierzehn Betriebe erstmals als sogenannter Ökoprofit-Einsteigerbetrieb und 16 Betriebe zum wiederholten Mal als Ökoprofit-Club-Betrieb.

Ökoprofit ist so zu einem Synonym geworden für modernen Umweltschutz, der hilft, die Umwelt zu entlasten und gleichzeitig Kosten zu senken. Das Projekt Ökoprofit Erfurt leistet so einen Beitrag zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung der Landeshauptstadt.

Tabelle mit Daten und Fakten zur Reduzierung der CO2-Emission.
Grafik: Reduzierung der CO2-Emission Grafik: © Stadtverwaltung Erfurt

Pro Jahr sparen alle 30 Ökoprofit-Betriebe 2014 zusammen

In diesem Projektjahr wurden Kosten­einsparungen von ca. 585.000 Euro in umwelt­relevanten Be­reichen durch organisatorische oder technische Maßnahmen geplant. Von diesen konnten bis Ende 2014 ca. 480.000 Euro realisiert werden. Durch die 269 ausgewerteten Einzelmaßnahmen in den Betrieben können beispielsweise mehr als 171.000 Kilowattstunden aus Fernwärme, Diesel und Heizöl und 1.538.000 Millionen Kilowattstunden aus Strom sowie ein Restmüllaufkommen von 227 Tonnen vermieden werden. Einge­spart werden auch 520 Kubikmeter Wasser und Abwasser. Die Reduzierung des Stromverbrauchs allein entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Verbrauch von ca. 500 Vier-Personen-Haushalten. Insgesamt verringert sich durch die Maßnahmen der Kohlendioxid-(CO2)-Ausstoß um ca. 985 Tonnen.

Kreisdiagramm, das die finanziellen Einsparungen Dank Ökoprofit illustriert.
Grafik: Nicht investive und investive Maßnahmen und deren Amortisierung. Grafik: © Stadtverwaltung Erfurt

Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen

Dass von den Maßnahmen der Betriebe über 45 Prozent mit einer Einsparsumme von ca. 111.000 Euro nicht investiv sind, ist hierbei für die Betriebe besonders erfreulich. Mit dem Ökoprofit werden aber auch Rechtssicherheit, Image des Be­triebes, der Kontakt zu anderen Betrieben und den Behörden in einer ganz neuen Qualität erlebt und wesentlich verbessert.

Alle Unternehmen können die einmal aufgebaute und kontinuierlich selbst fortführbare Konzeption zur Datenerhebung und -auswertung auch in den nächsten Jahren nutzen, um so ihre Umweltleistungen weiter zu verbessern. Erneut denken einige Unternehmen über die direkte Fortführung des Öko­profit hin zum offiziellen Umweltmanagementsystem „EMAS III“ nach.

Der betriebliche Nutzen des Ökoprofit liegt, wie in vielen Gesprächen am Rande der Workshops und Betriebsberatungen deutlich wurde, nicht allein bei den zuvor beschriebenen ökonomisch und ökologisch quantifizierbaren Ergebnissen. Verbesserungen im Bereich der Rechtssicherheit, der erhöhte Stellenwert des Umwelt und Arbeitsschutzes im Betrieb und anderes mehr sind zwar schwer zu erfassen, sind für die Ökoprofit-Betriebe jedoch von hoher Bedeutung.

Die Erfurter Ökoprofit-Betriebe 2014 erhalten ihre Auszeichnung von Ober­bürgermeister Herrn Andreas Bausewein im Rahmen der Auszeichnungsver­anstaltung in der Rotunde des Sparkassen-Finanzzentrums Erfurt. Die Leis­tung der Betriebe beeindruckte ihn erneut: „Ich bin jedes Jahr aufs Neue überrascht, welche Maßnahmen und Aktionen sich die langjährigen Öko­profit-Betriebe, egal ob groß oder klein, ob in der Produktion oder als Dienst­leister oder Verwaltung tätig, immer wieder entwickeln, um ihren sozialen, ökologischen und ökonomischen Öko-Profit zu erreichen.“ Weiterhin führt er aus: „Ich würde mir deshalb wünschen, dass zukünftig noch mehr Erfurter Betriebe diesen Nutzen für sich und auch die Umwelt und Erfurt erkennen und mitmachen.“  

In seinem Fachvortrag „Nachhaltigkeit als Wertetreiber“ stellte Herr Sven Bergmann, Referent Unternehmenskommunikation der Firma „hess natur“ vor, wieweit Nachhaltigkeit dort nicht nur die Produkte, sondern auch die Firmenkultur und -organisation verändert hat. „Nachhaltigkeit ist heute in der gesellschaftlichen Mitte angekommen. Unternehmer und Unternehmen tun gut daran, diese Haltung in ihrer Organisation mit klaren Strukturen zu verankern und im Rahmen ihrer Wertschöpfungskette mehr Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt zu übernehmen,“ so Sven Bergmann. „Wenn das gelingt, und Ökologie, Soziales und Ökonomie gleichberechtigt nebenein­ander stehen, ist nachhaltiges Wirtschaften ein Erfolgsmodell und Wertetreiber.“

Was Ökoprofit ganz konkret im Unternehmen heißt, wird anschließend von Frau Anabel Hirsch und Herrn Dr. Markus Wehinger die für das Team der drei Firmen Helaba Landesbank Hessen Thüringen, Sparkassen-Versicherung Holding AG und Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen im Spar­kassen-Finanzzentrum Erfurt vorgestellt. Eine ihrer Botschaft lautet: „Öko­profit im Sparkassen-Finanzzentrum ist eine Zusammenarbeit, die sich lohnt.“ Mit Maßnahmen, wie der Spitzenlastdämpfung an der Fernwärme­einspeisung, der stufenweisen Anpassung der Betriebszeiten von Lüftungs­anlagen bezogen auf die Leistungsanforderungen und den Austausch von Halogenstrahlern gegen LED-Leuchten im Konferenzzentrum Rotunde wer­den bereits knapp 28.000 Euro Einsparung im Jahr erzielt. Aktionen wie „Radeln für Umwelt und Fitness“ oder die Umweltwochen der Sparkassen-Versicherung 2014 unter dem Motto „Ein Alltag ohne Plastik – Illusion oder echte Alternative“ zeigen, dass Nachhaltigkeit als Wertetreiber, im Alltag von immer mehr Firmen ankommt und mit einer Transformation unserer Einstellungen und Lebensstile verbunden ist.

Die 30 Ökoprofit-Unternehmen 2014

Ökoprofit Einsteigerbetriebe

Erste Auszeichnung:
Evangelische Andreasgemeinde Erfurt,  Backstube Priemer; CCS Catering, Consulting und Service GmbH, Edeka aktiv Markt Gath, Gase for you; Grafe Advanced Polymers GmbH, Kommunale Dienstleistungsgesellschaft Thüringen mbH (KDGT), moquadrat, Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, SparkassenVersicherung Holding AG, Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen, Theater Erfurt, Tibor EDV-Consulting GmbH Thüringen, Umwelt- und Naturschutzamt Erfurt

Ökoprofit-Club-Betriebe

Zweite Auszeichnung:
Bäckerei und Konditorei Lobenstein, Kellner – Das Büro aus einer Hand

Dritte Auszeichnung:
Thüringer Aufbaubank, VMET - Verband der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen e.V., Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt

Vierte Auszeichnung:
Studentenzentrum Engelsburg e.V., Tank und Umwelt GmbH Eisenach

Fünfte Auszeichnung:
Sparkasse Mittelthüringen, Universität Erfurt

Sechste Auszeichnung:
Messe Erfurt GmbH

Achte Auszeichnung:
Klocke & Schumann GmbH & Co. KG, Werbeagentur Kleinen Arche

Neunte Auszeichnung:
Erfurter Teigwaren GmbH

Elfte Auszeichnung:
PV Silicon Forschungs und Produktions GmbH, Stadtwerke Erfurt Gruppe (EVAG) Erfurter Verkehrsbetriebe AG

Dreizehnte Auszeichnung:
Stadtwerke Erfurt Gruppe - Stadtwirtschaft GmbH

Ökoprofit-Einsteiger 2015

In Vorbereitung ist die Workshop-Runde für Ökoprofit-Einsteiger 2015. Sie ist für Erfurter Unternehmen, die erstmals eine Ökoprofit-Auszeichnung anstreben, gedacht. Der Beginn der Workshop-Reihe ist im Frühjahr 2015 vorgesehen. Parallel wird die nächste Runde für den Ökoprofit-Club für bereits ausgezeichnete Unternehmen angeboten. Die Workshops sollen hier im Mai 2015 beginnen.

Betriebe, die an einer Teilnahme interessiert sind, erhalten weitere Informationen unter Tel: 0361 655-2324 oder per E-Mail.