„Religionen für Europa“: Universität und Stadt Erfurt laden erneut zu „Annemarie Schimmel Lectures“ ein

11.11.2014 16:14

Unter dem Titel „Religionen für Europa. Judentum – Christentum – Islam vor den Herausforderungen der Moderne“ lädt der Lehrstuhl für Fundamentaltheologie der Katholisch-Theologischen Fakultät an der Universität Erfurt zusammen mit der Stadt Erfurt und dem Islambeauftragten des Bistums Erfurt im November zu einer Vortragsreihe ein, die an die 2003 verstorbene deutsche Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel erinnern soll. Die Veranstaltung soll dem gewachsenen Interesse an Fragen zum Islam in Erfurt und im Freistaat Thüringen Rechnung tragen.

Eine Dame in lila Kleidung trägt sich in ein großes rotes Buch ein. Dahinter ein Weihnachtsbaum.
Foto: Am 11. Dezember 1995 hatte sich Annemarie Schimmel ins Goldene Buch der Stadt eingetragen Foto: © Stadtverwaltung Erfurt / Stadtarchiv

Denn diesmal kommen in den „Annemarie-Schimmel-Lectures“ Vertreter der drei großen Weltreligionen des Judentums, des Christentums und des Islams zu Wort. Referenten aus den drei Weltreligionen stellen sich der Frage, wie ihre jeweilige Religion sich auf die Herausforderungen und Fragen der Moderne eingestellt hat. Besonderes Augenmerk richten sie auf die wachsende Areligiosität der modernen westlichen Gesellschaften.

Globalisierung, Säkularisation und die Bedeutung der Naturwissenschaften schaffen neue Rahmenbedingungen, die für die drei Buchreligionen herausfordernd sind. Sollen sie sich der Auseinandersetzung mit Welt und Gesellschaft verweigern, vielleicht sogar in einem gettoartigen Fundamentalismus? Oder stellen sie sich der Gegenwart und bringen sich ins Gespräch über die Zukunft der modernen Gesellschaft konstruktiv ein? Akzeptieren sie den Pluralismus, unter dessen Bedingungen sie ihre eigene religiöse Position nur als eine unter vielen vorstellen können? Nehmen sie die anderen Positionen nur als lästige Konkurrenten wahr, oder können sie in ihnen Gesprächspartner auf Augenhöhe sehen? Welches sind ihre Beiträge für die Entwicklung unserer Gesellschaft und welches sind die Probleme, die sie untereinander klären müssen?

Den Auftakt macht am Montag, dem 24. November, Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka (Berlin/Potsdam) mit seinem Vortrag „Vom ‚Christlichen Abendland‘ zu einem Europa des religiösen Pluralismus‘“.

Weiter geht es am Dienstag, dem 25. November. Dann spricht Prof. Dr. Reza Hajatpour aus Erlangen zum Thema „Zwischen Spiritualität und Rationalismus – Islamisches Denken vor den Herausforderung der pluralen und säkularen Moderne“.

Und den Abschluss der Reihe bildet am Mittwoch, 26. November, Prof. Dr. Dr. Josef Wohlmuth aus Bonn. Der Titel seines Vortrags lautet „Ein Gott-Mensch? – Verstellt die christliche Jesusinterpretation das Gespräch mit dem Judentum und dem Islam der Gegenwart?“.

Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen, die Veranstaltungen finden jeweils um 19 Uhr im Haus Dacheröden, Anger 37, statt, der Eintritt ist frei.

Hubertus Staudacher
Islambeauftragter
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Regierungsstraße 44a
99084 Erfurt

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