Lampedusa-Flüchtlinge und Flutopfer: Der Erfurter Künstlers Erich Enge, ein Schüler von Willi Sitte und Kurt Bunge, widmet sich brennenden Fragen unserer Zeit

12.02.2015 11:42

Gemälde und Zeichnungen von Erich Enge, die er für Flüchtlingskinder und Flutopfer schuf, werden bis 1. März im Stadtmuseum der Landeshauptstadt Erfurt in der Johannesstraße in einer Verkaufsausstellung präsentiert. Der Erlös kommt den Menschen zugute.

Erich Enge nutzt seine Bilder für Botschaften

Zahlreiche Menschen in einem brennenden Boot, welches von hohen Wellen umgeben ist.
Bild: Erich Enge: Feuer (Lampedusa II), Acryl auf Leinwand, 2014, 70 x 100 cm Bild: © Stadtverwaltung Erfurt / D. Urban

Zwei bewegende Themen finden ihre Umsetzung in den ausgestellten Arbeiten Erich Enges im Erfurter Museum - Flutkatastrophen und Flüchtlinge weltweit.

Mensch im Wasser. Auf den Armen ein Tier.
Bild: Erich Enge: Rettung mit dem Lamm. Acryl auf Leinwand, 2013 70 x 100 cm (mit Rahmen) Bild: © Stadtverwaltung Erfurt / D. Urban

Als Ende Mai/ Anfang Juni 2013 sintflutartige Regenfälle nicht nur Thüringer Flüsse über die Ufer treten ließen, Ortschaften evakuiert werden mussten, Menschen vor verwüsteten Häusern standen und selbst Straßen und Eisenbahnlinien überflutet wurden, beschloss der Künstler Erich Enge, zu helfen, das Gesehene künstlerisch zu bearbeiten und den durch diese Naturgewalt geschädigten Menschen und den zahlreichen Helfern eine Stimme zu geben.

Nackte Frau mit einem Mundschutz vor einem Maschendrahtzaun, dahinter ein Mensch mit erhobenen Armen.
Bild: Erich Enge: Afrikas Dornenweg, Acryl auf Leinwand, 2014, 160 x 100 cm Bild: © Stadtverwaltung Erfurt / D. Urban

Anlass für den zweiten Bilderzyklus, der ebenso Teil der Verkaufs-Ausstellung ist, war das tödliche Drama vor Lampedusa, wo am 3. Oktober 2013 mehr als 350 Menschen ihr Leben verloren. Bis heute ! sterben täglich Menschen bei dem Versuch, aus Not- und Kriegsgebieten über das Mittelmeer nach Europa zu kommen.

Erich Enge nutzt seine Bilder für Botschaften: Vor dem Leid dieser Menschen die Augen zu verschließen, ist keine Lösung, so ist der Künstler überzeugt. Ein Jeder kann helfen – zum Beispiel mit dem Erwerb eines Bildes.

Der gesamte Erlös der Kunstverkäufe kommt der Thüringer Fluthilfe und der Erfurter Kiwanis-Kindersprachwerkstatt zugute. Die Sprachwerkstatt ermöglicht Flüchtlingskindern eine qualifizierte Sprachschulung in der Landeshauptstadt.

Der Maler und Grafiker Erich Enge wurde 1932 in Rochlitz (Böhmen) geboren. Seine Ausbildung erhielt der gelernte Maurer an der Hochschule Burg Giebichenstein in Halle bei Willi Sitte und Kurt Bunge. Er beteiligte sich mehrfach an nationalen und internationalen Ausstellungen u.a. in Moskau, München, Ägypten, Bulgarien, Finnland und Polen.

Seit 1971 ist er in Erfurt ansässig. In den Jahren 1977-78 schuf er für die Stadt ein bis heute bekanntes Monumentalbild zum Thema "Die Idee wird zur materiellen Gewalt, wenn sie die Massen ergreift", das 1992 unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Seine Produktivität als Maler dauert bis heute an. Mit gekonntem Pinselstrich widmet sich der heute 82jährige Künstler vor allem brennenden aktuellen Fragen unserer Zeit.

Der Katalog kann im Internet unter eingesehen werden.

Öffnungszeiten Stadtmuseum Erfurt, Johannesstraße 169: Dienstag bis Sonntag  10:00 -18:00 Uhr