Pergament, Eisengallustinte und Vogelfeder: Beschreib- und Schreibmaterial für die Tora und die mittelalterliche hebräische Bibelhandschrift Erfurt 1

08.09.2015 16:41

Mit der Zerstörung des zweiten Tempels in Jerusalem und der damit einhergehenden Diaspora nahm man Juden die Möglichkeit einer rituellen Kohärenz. Seit dieser Zeit ist nun die Schrift der "neue" und einzige Ort des Wissens.

Doppelseite einer hebräischen Handschrift
Foto: Torarolle

Die unverfälschte, unveränderte Schrift dient als kulturelles Gedächtnis der Juden. Damit nimmt die Schriftkultur im Judentum eine Stellung von nicht zu unterschätzender Bedeutung ein. Dies gilt vor allem für die Tora mit den fünf Büchern Mose, aber auch für den Tanach, die hebräische Bibel als Ganzes.

Mit der Bedeutung der Schrift lässt sich auch die Bedeutung des Schreibers erklären. Zu seinem Regelwerk gehört, neben den Schreibregeln, ebenso die strenge Beachtung der exakten Verwendung des erlaubten Arbeitsmaterials.

Über die Arbeit des Schreibers, die Herstellung von Pergament und Tinte ist am Samstag, dem 12. September, von 11:00 bis 12:00 Uhr in einer Sonderführung unter dem Titel "Pergament, Eisengallustinte und Vogelfeder"  vieles zu erfahren, zu sehen und zu fühlen.

Diese Sonderführung findet in der Denkmalwoche statt und ist kostenfrei.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat für dieses Jahr das Thema "Handwerk – Technik – Industrie" benannt, das sich an der europaweiten Kampagne "European Industrial and Technical Heritage Year 2015" orientiert.