Die Jury hat entschieden: Erfurter Stadtgoldschmiedin des Jahres 2016 wird Eunmi Chun

09.02.2016 09:00

Am 18. Januar 2016 tagte die Jury zur Verleihung des Erfurter Stadtgoldschmiedes 2016 und wählte unter den zehn Bewerberinnen und Bewerbern Eunmi Chun aus, in diesem Jahr für drei Monate in Erfurt zu leben und zu arbeiten.

eine junge Frau, im Hintergrund eine Häuserzeile
Foto: Eunmi Chun – Erfurter Stadtgoldschmiedin des Jahres 2016 Foto: © Stadtverwaltung Erfurt / D. Urban

Eunmi Chun (auch Eun Mi Chun) wurde 1971 in Chungbuk, Korea, geboren. Sie studierte von 1997 bis 1998 Angewandte Kunst an der Sookmyung Women’s University, Korea (Abschluss Bachelor) und von 1999 bis 2002 Angewandte Kunst mit Schwerpunkt Metallarbeiten und Schmuckher­stellung an der Kookmin University, Korea (Abschluss Master).

Es folgte zwischen 2004 und 2011 ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Otto Künzli. Seit dieser Zeit lebt Eunmi Chun in München. Sie hat zwischen 2000 und 2015 ihre Arbeiten in Personal­ausstellungen und diversen Gruppenausstellungen gezeigt: unter anderem im asiatischen Raum (Korea, Japan), in Europa (Schweden, Niederlande, Polen, Slowakei, Deutschland) sowie in den USA (New York, Louisville, Chicago).

Für ihr Schaffen wurde Sie bisher mit zwei Preisen geehrt (2006 BKV – Preis für junges Kunsthandwerk, München; 2008 der renommierte Herbert Hoffmann Preis, München).

Zwischen 2010 und 2013 erhielt sie vier Stipendien zugesprochen; darüber hinaus dokumentieren diverse Ankäufe für öffentliche und private Sammlungen ihren Erfolg (u. a. Pinakothek der Moderne, München, Galerie Marzee, Nimwegen, CODA Museum Appeldoorn, Bürgermeisteramt Cagnes-sur-Mer, Metropolitan Museum und Museum of Art and Design New York).

Dreidimensionale Tierdarstellung in Gelb-Braun-Tönen
Foto: Eunmi Chun: Brosche „Gorilla“, 2010, Darm, menschliches Haar, Blattgold, Silber, Maße: 13 x 14 x 10 cm Foto: © Eunmi Chun

In ihren Arbeiten stellt sie eine Verbindung zwischen der fernöstlich wirkenden Feinheit beim Umgang mit Materialien und Verarbeitungs­techniken und einem europäisch geprägten Verständnis von Schmuck als freier künstlerischer Form her. Dabei entstehen faszinierende Tierfiguren, Broschen oder und Anhänger aus Kuhdarm und Schweinehaut, mensch­lichem Haar, Samen, Gold und Silber.

Seit 1994 schreibt die Landeshauptstadt Erfurt das symbolische Amt des Erfurter Stadtgoldschmiedes aus. In den vergangenen Jahren arbeiteten Volker Atrops (2009) und Nora Rochel (2013) als Stadtgoldschmiede in Erfurt. Das symbolische Amt des Erfurter Stadtgoldschmiedes wird alle 3 Jahre ausgeschrieben und  jeweils im Jahr der Verleihung vom 1. Mai bis zum 31. Juli besetzt.

Auch die Stadtgoldschmiedin 2016 erhält für diese Zeit ein Stipendium in Form eines Geldbetrages in Höhe von insgesamt 4.000 Euro; dazu wird ihr eine möblierte Gästewohnung und eine Goldschmiede­werk­statt in den städtischen Künstlerwerkstätten kostenlos zur Verfügung gestellt. Sie erstellt über ihren Arbeitsaufenthalt eine Projektbeschreibung in Form eines Arbeitstagebuches, das auf der Website der Landeshauptstadt Erfurt publiziert wird. Im Verlaufe ihrer Arbeit in Erfurt wird sich Chun in unterschiedlicher Form ins öffentliche Leben und die Debatte über Kunst einbringen.

Die Landeshauptstadt Erfurt ehrt die Erfurter Stadtgoldschmiedin nach Abschluss des Arbeitsaufenthaltes mit einer Ausstellung ihrer Arbeitser­gebnisse in einer Erfurter Kultureinrichtung. Betreut wird das Amt des Stadtgoldschmieds ab diesem Jahr von den Kunstmuseen der Stadt Erfurt.