"La Grande Guerre" – Eröffnung der Ausstellung anlässlich des 90. Geburtstages des Leipziger Künstlers Gerhard Kurt Müller

07.09.2016 10:30

Das Angermuseum Erfurt eröffnet anlässlich des 90. Geburtstages des Leipziger Künstlers Gerhard Kurt Müller am Donnerstag, dem 8. September, 18 Uhr, im Grafikkabinett die Ausstellung „La Grande Guerre“. Gezeigt wird eine Auswahl von Zeichnungen aus der gleichnamigen Folge, ergänzt um Skulpturen und ein Hauptwerk des Künstlers, das Gemälde „Knabe und Trommler“ aus der Sammlung des Angermuseums.

Skulptur einer Frau.
Foto: Gerhard Kurt Müller, Schlafende Frau, 2008, Bronze Foto: © Gerhard-Kurt-Müller-Stiftung, Leipzig

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Gerhard-Kurt-Müller-Stiftung Leipzig. Prof. Gerhard Kurt Müller, Leipzig, hat seine Teilnahme an der Vernissage zugesagt. Zur Eröffnung  spricht der Leipziger Schriftsteller Peter Gosse, Vizepräsident a. D. der Sächsischen Akademie der Künste.

Professor Gerhard Kurt Müller, von 1954 bis 1968 Dozent an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und zwischenzeitlich deren Rektor, hat die Gräuel des Zweiten Weltkrieges 1944 als junger Fallschirmjäger in der Normandie hautnah erlebt. Erstmals verarbeitete er in den 1970er Jahren in einigen größeren Holzschnitten seine Eindrücke, angeregt durch die wiederholte Lektüre des Romans „Das Feuer“ (1916) von Henri Barbusse, dem ersten bedeutenden Antikriegsroman.

Doch vergingen fast 60 Jahre seit den eigenen Kriegserlebnissen, bis Gerhard Kurt Müller 2002/03 diesen Stoff erneut aufgriff und nun in Form einer großen Suite von Zeichnungen gestaltete, die schließlich 80 Blatt umfasste.

Die einzelnen Blätter der Serie „La Grande Guerre“ reflektieren den darin geschilderten Soldatenalltag von einem übergreifenden Standpunkt aus. Kaum spielen Details eine Rolle; der Mensch ist in diesen Zeichnungen auf Körper und Umriss reduziert, hineingeworfen in eine Umgebung, deren Zerstörung apokalyptischen Ausmaßes ist. Wir erkennen ineinander verkeilte Leiber, beieinander kauernde, schutzsuchende Menschen, Trauernde. Helden und Sieger fehlen. Über allem scheint Nacht zu sein. Doch nicht das Desaster des Krieges ist der Grundton, der die Folge durchzieht, sondern Leiden, Mitleiden und Trauer.

Das Thema des im Leiden gefangenen Menschen variieren Skulpturen, welche die Präsentation des zeichnerischen Werks begleiten. Auch in seinem 90. Lebensjahr hält Gerhard Kurt Müller an seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit den Widersprüchen der Conditio humana fest.

Im Rahmen der Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm:

Führungen:

Dienstag, 13. September, 15 Uhr, Cornelia Nowak
Donnerstag, 29. September, 15 Uhr, Siegfried Schäfer, Düsseldorf, Werkverzeichnis Gerhard Kurt Müller
Dienstag, 11. Oktober, 15 Uhr, Prof. Dr. Kai Uwe Schierz

Führungen für Kinder und junge Erwachsene

Mittwochs 16-17 Uhr, mit Cornelia Nowak

Führungen für Schulklassen, Anmeldung unter Telefon 0361 6551653 oder eMail.

Kunstpause am Mittag – 10 Minuten Kunstbetrachtung in den Sonderausstellungen des Angermuseums, mittwochs 13 Uhr (Eintritt frei)

Stabile Saitenlage – Gedichte und Notate
Dienstag, 20. September, 15 Uhr
Lesung mit Peter Gosse, Leipzig, Schriftsteller, Vizepräsident a. D. der Sächsischen Akademie der Künste

Gespräch über Krieg und Frieden
Dienstag, 4. Oktober, 18.30 Uhr
Rüdiger Bender, Philosoph, Universität Erfurt
Sylvia Tismar, Diplompsychologin, Praxis für systemische Beratung und Therapie, Erfurt
Christian Kahlert, Militärseelsorger, Evangelisches Militärpfarramt Erfurt
Moderation: Prof. Dr. Kai Uwe Schierz

Grafiksprechstunde dienstags 17–18 Uhr, Voranmeldung unter T 0361 655 16 53. Sie können Grafiken aus Ihrem Besitz vorlegen.

Empfehlung: Anlässlich des 90. Geburtstages von Gerhard Kurt Müller zeigt die Gerhard-Kurt-Müller-Stiftung, Berliner Straße 69,
Leipzig, ab 1. Oktober eine Werkschau.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen 10-18 Uhr

Eintritt: Erwachsene 6,- €, ermäßigt 4,- €. An jedem ersten Dienstag im Monat ist der Eintritt frei.