Der Stadtcarillonneur von Brügge freut sich auf Erfurt

22.09.2016 09:47

Das September-Konzert am Carillon im Bartholomäusturm am Erfurter Anger gibt am Samstag, 24.09.2016, ab 16:00 Uhr Frank Deleu aus Brügge (Belgien). Der Stadtcarillonneur von Brügge und Damme gastiert erstmals in Erfurt und freut sich sehr auf das ihm noch unbekannte Instrument. Seine Kollegen aus Belgien und den Niederlanden verrieten ihm, dass es ausgesprochen gut klinge…

Ein Herr mit schwarzem Anzug und weißem Hemd sitzt an einem Stockenklavier.
Foto: Frank Deleu, Stadtcarillonneur von Brügge und Damme, gastiert erstmals in Erfurt Foto: © Privat

Frank Deleu wurde 1952 in Menen, Belgien, geboren. Er studierte an der Königlichen Glockenspielschule in Mechelen (Belgien) und erhielt dort ein Konzertdiplom für Carillon.1980 erhielt er den 1. Preis beim Internationalen Carillonwettbewerb in Dijon, Frankreich. Bevor er Stadtcarillonneur – vergleichbar mit dem Titel „Domorganist“ – in Brügge und Damme wurde, war er in gleicher Funktion in seiner Geburtsstadt Menen, in Izegem und Kortrijk tätig.

Als Musikwissenschaftler veröffentlicht er regelmäßig. Er war Produktionsmanager bei VRT, Flämisches Radio und Fernsehen und Vorsitzender der Flämischen Glockenspielvereinigung (Vlamse Beiaard Vereniging).

Die Liste der zu hörenden Musikstücke wird direkt am Turm als Handzettel ausgegeben. Eine Liveübertragung auf den Bildschirm im Schuhhaus Zumnorde wird es aus technischen Gründen leider auch bei diesem Konzert noch nicht wieder geben. Die Organisatoren sind jedoch zuversichtlich, dass zum Saisonstart am 25. März 2017 das Publikum wieder die Möglichkeit hat, den jeweiligen Carillonneuren beim Musizieren zuzuschauen.

Das Carillon im Erfurter Bartholomäusturm, zum Stadtmuseum Erfurt gehörend, ist mit seinen 60 Bronzeglocken den größeren Instrumenten dieser Art in Deutschland zuzuordnen.

Das Instrument verfügt über eine Handspieleinrichtung, ein so genanntes Stockenklavier. Der Carillonneur (Glockenspieler) sitzt vor dem demselben und drückt mit geballten Fäusten seine Tasten nieder. Je kräftiger er dies tut, desto lauter wird der Klang der Glocke.

Der Tastaturaufbau ist einer Klaviertastatur ähnlich, jedoch sind die Abstände der Tasten zueinander wesentlich größer.

Fragen beantworten gern Karin Breitkreutz, Stadtmuseum Erfurt, Telefon 0361 655 5652, Ulrich Seidel, Carillonneur im Bartholomäusturm, Telefon 0361 74789827 oder 0177 7975493.