"Hochwasser – wie gut sind wir vorbereitet?": Verwaltungsfachleute, Bürger und Auditoren an einem Tisch

01.11.2017 07:43

Am 25. und 26. Oktober hat im Umwelt- und Naturschutzamt der Landeshauptstadt das Audit „Hochwasservorsorge - wie gut sind wir vorbereitet" der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) stattgefunden. Ziel des DWA-Audits war es, unter sachkundiger Anleitung und objektiv zu analysieren, wie gut Erfurt im Bereich der nicht-technischen Hochwasservorsorge aufgestellt ist bzw. an welchen Stellen der Vorsorgestatus verbesserungswürdig ist.

Teilnehmer an einem Beratungstisch.
Foto: Verwaltungsspezialisten und Bürger an einem Tisch: Im Umweltamt kamen kürzlich Matthias Hartmann und Amtsleiter Lummitsch von der Stadtverwaltung, die Auditoren Christian Siemon und Dirk Barion, Dr. Stein und Herr Grobe von der Bürgerinitiative sowie weitere Teilnehmer zum Audit „Hochwasservorsorge - wie gut sind wir vorbereitet" zusammen Foto: © Oliver Zahn

Die Bewertung erfolgte anhand von 35 Indikatoren in den Themenbereichen „Flächenwirksame Vorsorge“, „Bauvorsorge“, „Verhaltenswirksame Vorsorge“ sowie „Risikovorsorge“ - getrennt für die Ereignisse "Flusshochwasser" und Starkregen/Sturzfluten". Neben der Statusbewertung und dem Aufzeigen von Schwachstellen wurden auch Maßnahmen zur Verbesserung der nicht-technischen Hochwasservorsorge erarbeitet und diskutiert.

Am Audit nahmen 18 Verwaltungsspezialisten aus 14 Amtsbereichen sowie zeitweise auch zwei Vertreter der "Bürgerinitiative der Ortsteile im Osten von Erfurt zum Hochwasserschutz" teil. Als Auditoren waren Dirk Barion von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall aus Hennef und Christian Siemon von der Fugro Consult GmbH aus Braunschweig angereist. Beide, Barion und Siemon, waren sich einig, es sei Dank der sehr guten Vorbereitung „eines der flüssigsten Audits überhaupt“ gewesen, die geführten Diskussionen seien „lebhaft und konstruktiv“ geführt worden, was von einem hohen Problembewusstsein aller Akteure zeuge.  Darüber hinaus sei der Entschluss, die Bürgerinitiative am Prozess zu beteiligen, „eine äußerst mutige, aber letztlich auch richtige Entscheidung“ gewesen, denn nach vorläufiger Einschätzung  der Auditoren „gibt es in Erfurt zwar keine größeren Baustellen bei der Hochwasservorsorge, doch sind insbesondere bei der Verhaltens- und Risikovorsorge deutliche Verbesserungen möglich und auch notwendig“. Genau hier habe die Bürgerinitiative wertvolle Hinweise gegeben und ihre Ideen bzw. Lösungsvorschläge eingebracht.

Auch die beiden Vertreter der Bürgerinitiative waren froh, dass sie zeitweise am Audit beteiligt waren: „Der Wille eines gemeinsamen Handels der beteiligten Akteure ist nun deutlich zu spüren, was uns optimistisch für die Zukunft stimmt.“ Ganz offensichtlich setze der Gedankenaustausch einen systematischen Prozess für ein gemeinsames Handeln in Gang, so die zwei Vertreter der Bürger: „Wir warten nun mit Spannung die endgültigen Ergebnisse des Audits ab, insbesondere die Maßnahmenvorschläge zur Verbesserung unserer Situation“.

Die Ergebnisse des Audits werden noch vor Weihnachten 2017 vorliegen. „Wir wollen unsere Bilanz gemeinsam mit einer ‚Vorläufigen Agenda zur Verbesserung der Hochwasservorsorge‘, welche Prioritäten und Zuständigkeiten der vorgeschlagenen Maßnahmen benennt, Anfang 2018 öffentlich zur Diskussion stellen“, versichert Umweltamtsleiter Jörg Lummitsch zum Abschluss der zweitägigen Zusammenkunft. Schon heute orientiert er alle Erfurter und Erfurterinnen auf die Downloadmöglichkeit im Bürgerinformationssystem der Stadt und auf die Auslage gedruckter Versionen im Bürgerinformationszentrum im „Kaffeetrichter“. „Zusätzlich“, so Lummitsch, „wollen wir für die Ortseilvertreter ein bis drei Erörterungstermine anbieten, denn Ziel unserer Öffentlichkeitsbeteiligung ist letztlich eine gemeinsame ‚Agenda zur Verbesserung der Hochwasservorsorge‘“. Letztere soll Mitte 2018 dem Stadtrat vorgelegt werden.