Ein Mann, der Bäume pflanzte und ein Junge, der beschließt, Gärtner zu sein

14.12.2017 12:54

Im Buch „Der Mann, der Bäume pflanzte“ wandert Anfang des vorigen Jahrhunderts ein junger Mann durch die Berge der Provence und trifft den Schäfer Bouffier, der unermüdlich seiner selbsterwählten Mission, Eichen zu säen, nachgeht. Zwanzigtausend seiner sorgfältig ausgesuchten Saateicheln entwickeln sich tatsächlich zu Bäumen. Und Bouffier macht weiter, jetzt kann er sich sicher sein, dass dieses, sein Land, nicht stirbt.

Christina Klauke bietet in der Domplatz-Bibliothek regelmäßig Veranstaltungen an, u. a. zu den Themen Umwelt, Natur und Nachhaltigkeit

Frau mit Blick auf ein begrüntes Dach wählt aus einem Bücherstapel aus.
Foto: Im Buch „Der Mann, der Bäume pflanzte“ wandert Anfang des vorigen Jahrhunderts ein junger Mann durch die Berge der Provence und trifft den Schäfer Bouffier, der unermüdlich seiner selbsterwählten Mission, Eichen zu säen, nachgeht Foto: © Stadtverwaltung Erfurt / V. Gürtler

Der 1. Weltkrieg beginnt, der junge Mann wird eingezogen, kehrt nach Kriegsende in die Gegend zurück, findet einen beeindruckenden Eichenwald, der dafür sorgt, dass die ausgetrockneten Bachläufe wieder Wasser führen und dass sich viele Tiere ansiedeln. Jeder schreibt der Natur selbst diesen allmählichen Wandel zu, niemand sieht darin den willkürlichen Akt eines Einzelnen. Die Gegend steht bald unter Naturschutz und stattliche Bauernhöfe künden vom Wohlstand der Menschen.

Die Geschichte des provenzialischen Autors Jean Giono liest sich als wunderbare Botschaft, voller Neugier kommen immer wieder Besucher in die beschriebene Gegend, leider vergeblich, denn die herzerwärmende Idylle ist nur erdacht.

Peter Brown dagegen zeigt im Kinderbuch „Der neugierige Garten“ eine trostlose Stadt, in der ein kleiner Junge auf das erfolglose Bemühen der Natur, ein ehemaliges Eisenbahngelände zurückzuerobern, aufmerksam wird. Liam beschließt, Gärtner zu sein, und unterstützt fortan Unkräuter, Moose und Blumen in ihrem Vormarsch entlang der Bahntrasse. Und plötzlich tauchen immer mehr Gärtner auf und die Stadt grünt und blüht und inspiriert die Menschen, ihr Zusammenleben neu zu ordnen.

Zwei Mädchen lesen ein Buch in einer Bibliothek
Foto: Literatur über das Gärtnern findet man in der Bibliothek Foto: © Barbara Neumann

Beide Bücher kann man in der Stadt- und Regionalbibliothek ausleihen, ebenso, wie Titel, die erklären, wie Samenbomben die Welt verändern oder wie man schnelle Wege zum grünen Paradies, dem Stadtgarten, findet.

Veranstaltungen für alle Altersgruppen zum Thema kann man unter Tel. 0361 655-1545 mit Christina Klauke von der Arbeitsstelle Bibliothekspädagogik vereinbaren. Literatur über das Gärtnern empfiehlt Lektorin Rita Pregel unter 0361 655-1568.

Die Natur in die Stadt holen

Anleitung, Inspiration und Motivation dafür geben Sachbücher aus dem Bestand der Stadt- und Regionalbibliothek

 

Josie Jeffery: „Mit Samenbomben die Welt verändern“,

Mascha Schacht: „Ideenbuch Stadtgarten – Der schnelle Weg zum grünen Paradies“, Christa Müller: „Urban Gardening – Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt“ oder Burkhard Bohne : „Garden Your City – Wenn die Stadt zum Garten wird“. 

„Viel Garten auf kleinem Raum“ legt uns Autorin Gisela Zinkernagel ans Herz und zeigt auch gleich, wie das geht, ob es nun um Vorgarten, Mini-Steingarten, Balkon oder ob es um Obstbäume im Kübel und Küchengärten geht.

Wer sich für Pflanzen wie Knollenziest, Meerkohl, Spargelerbse und viele andere interessiert, dem sei „Vergessene Pflanzen – Ratgeber Heim und Garten“ wärmstens empfohlen. Das Autorenteam Ulrike Lindner, Markus Phlippen und Elmar Mai gibt nicht nur Informationen über Herkunft und Verwendung, sondern fordert den Gärtner in uns mit sehr ansprechenden Fotos heraus.

Susanne Heine macht die Pflanzenfreunde in ihrem Praxisbuch mit dem bioveganen Anbau von Kräutern, Blumen und Gemüse bekannt. In „Peaceful gardening“ stellt sie umwelt- und ressourcenschonende Methoden vor, die dennoch hohe Erträge bringen.

 

Gärtner werden in Erfurt…: Die Stadt bildet junge Menschen aus

Ein älterer Mann erklärt einer Gruppe jüngerer Menschen den Rosenschnitt. Fast alle Personen sind in Arbeitskleidung mit grüner Latzhose zu sehen.
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Die Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Erfurt ist die größte Kommunalverwaltung Thüringens und zugleich Arbeitgeber für über 3.000 Beschäftigte. Als „Blumenstadt“ hat Erfurt zahlreiche Park- und Grünanlagen sowie sonstige Grünflächen wie Friedhöfe, Baumbestände und Spielplätze, die durch die Stadtverwaltung gepflegt werden.

Auch mit dem Blick auf die Buga 2021 bedarf es weiterhin qualifizierter Gärtner, die unter anderen für die Erhaltung der geschaffenen hochwertigen Park- und Grünanlagen ausgebildet werden.